Ausgabe 8 // Dezember 2023 (Vorschau) | Arbeitsschutz - aber sicher!

// 1 AUSGABE 8 2023 DEZEMBER Vertical Pro ist „echte Bereicherung für die Branche“ TITELSTORY: NACHHALTIGKEIT 2.0 Knappes Fazit zum Ride-On Stripper von Wolff Top-Thema Staub ist „wahnsinnig vielfältig“

2 // CHANGE NOTHING. IMPROVE EVERYTHING. Enduro symbolisiert das, wofür wir als Marke stehen: die ultimative Kombination aus Technologie, Innovation und dem Willen, die Sicherheit von Fachleuten zu gewährleisten. So gelingt uns Fortschritt, ohne je unsere Grundsätze zu ändern. Die bekannte Walkline®-Technologie von Bata Industrials wurde jetzt auf Level 3.0 gehoben und verbessert, genau wie das Easy Rolling System®, Heel Lock Support® und das Tunnel System® als unterstützende Technologien. Sie alle sind darauf gerichtet, den natürlichen Gang des Trägers zu optimieren und die natürliche Laufbewegung des Fußes zu unterstützen. Das Ergebnis ist, dass Sie weniger müde sind und energischer gehen. Darüber hinaus ist diese Kollektion ein sehr positiver Schritt nach vorne in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Wir sind die Ersten auf dem Markt, die 20% biobasiertes Polyurethan in der Zwischensohle und Laufsohle verwenden, kombiniert mit 38% mehr Energierückgabe. Weiterhin verwenden wir ein Bata Cool Comfort® +Innenfutter aus 65% recyceltem Polyester im Obermaterial, 100% recyceltes Polyester in der Einlegesohle und Schnürsenkel aus 100% R-PET. Kurz gesagt, mit dieser Kollektion gehen wir ANOTHER STEP ahead in der Nachhaltigkeit. Die neue Enduro Kollektion wird ab Q2 2024 erhältlich sein. Enduro ACT wird aus 20% biobasiertem RückfederungsPolyurethan hergestellt. RECYCELTE SCHNÜRSENKEL 100% rPET ENDURO ACT 219 RECYCELTES FUTTER 65% recyceltes Polyester RECYCELTE INNENSOHLE 100% recyceltes Polyester RECYCELTE EINLEGESOHLE 85% recycelter Polyurethan-Schaumstoff ZWISCHENSOHLE & LAUFSOHLE AUS BIOBASIERTEM PU 20% biobasiertes Polyurethan

// 3 ED I TOR I AL frischen und dynamischen Layout sowie redaktionellen Inhalten, die immer am Puls des Geschehens sind. Dabei folgten wir stets unserem Leitsatz: „Wir filtern und bündeln interessante und relevante Informationen und Themen für Handwerk, Baubranche und Fachhandel mit dem Ziel, das Sicherheitsbewusstsein auf der Baustelle, im Handwerk und in der Industrie zu schärfen." Leider mussten wir im Laufe des ausklingenden Jahres einen herben Rückschlag verkraften, denn unser geschätzter Geschäftsführerkollege, Herr Stephan Schöpf, musste aufgrund einer langwierigen Erkrankung aus der Geschäftsführung und auch als Gesellschafter ausscheiden. An dieser Stelle wünschen wir ihm alles Gute für die Zukunft. Trotzdem sind wir als Team gewachsen und haben eine neue Positionen im Bereich Social Media Content besetzt. Ab Januar ist zudem eine neue Kollegin für das Büromanagement als weitere Verstärkung an Bord. Im kommenden Jahr planen wir wieder acht Ausgaben unseres Fachmagazins, um Herstellern, Dienstleistern, Fachhändlern und Verbänden die Möglichkeit zu bieten, sich umfassend bei uns zu präsentieren. Unser in diesem Jahr erfolgreich gestarteter Podcast #nicht ganz ungefährlich wird auch 2024 weiter wachsen und eine wichtige Rolle im medialen Angebot des Verlages spielen. Im Magazin sind wieder spannende Themen und Einsatzberichte geplant, darunter eine Ausgabe im Juni, die die Frauen auf der Baustelle und im Handwerk in den Fokus rückt. Auch die NovemberAusgabe wird mit dem Sonderthema „Rettungsdienste richtig ausrüsten" Neues bieten. Mit der aktuellen Dezember-Ausgabe wünschen wir Ihnen viel spannendes Lesevergnügen. Wir freuen uns darauf, Sie auch im nächsten Jahr als Teil unserer Gemeinschaft zu begrüßen und gemeinsam den Arbeitsschutz in Industrie und Handwerk voranzutreiben. Doch bevor es so weit ist, möchte ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest, besinnliche und friedvolle Feiertage sowie ein gesundes neues Jahr 2024 wünschen. Bleiben Sie gesund, Ihr Liebe Leserinnen und Leser, ein Jahr mit einer emotionalen Achterbahnfahrt für den SZwei Verlag neigt sich dem Ende, insgesamt sind es schon über vier Jahre voller Ideen, einiger Veränderungen, voller Höhen und Tiefen, auf die wir mit unserem Fachmagazin "Arbeitsschutz – aber sicher!" zurückblicken können – und das mit ein wenig Stolz. Schließlich haben wir allen negativen Umständen erfolgreich getrotzt und behaupten uns nun in unserem fünftem Jahr erfolgreich in der Branche. In dieser Zeit haben uns zahlreiche Hersteller, Fachhändler, Dienstleister und Verbände treu zur Seite gestanden und unterstützend begleitet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Unser Fachmagazin hat sich in diesen Jahren stetig weiterentwickelt, geprägt von einem WIR FREUEN UNS AUF DAS, WAS DA NOCH KOMMT An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

4 // INHALT // 3 Editorial // 6 Titelstory: Nachhaltigkeit 2.0 – die besondere Passion von PSA-Hersteller Uvex // 10 Kurz notiert Top-Thema „Staubfreies Arbeiten drinnen und draussen“ // 16 Staubarm Bauen im Bestand – Tipps von BG BAU-Referentin Andrea Bonner // 18 Sicherheitssauger und Bauluftreiniger von Flex // 20 Hilti präsentiert Luftreinigung in vier Szenarien // 22 Möcklinghoff Lufttechnik widmet sich dem Kampf gegen Staub am Arbeitsplatz // 23 Staubfreies Schleifen und Trennen ermöglicht Saint-Gobain Abrasives // 24 Mit Bosch gesundheitsschonend und sauber auch über Kopf bohren // 26 „Ein super Ding“ lautet das knappe Fazit zum neuen Stripper von Wolff Persönliche Schutzausrüstung // 30 Mit dem richtigen Schuh für jede Wetterlage kennt sich Ejendals aus // 32 Produzierte Produkte so lange wie möglich zu nutzen zählt für Fristads // 34 Maßgefertigte Einlegesohlen von Atlas in vier Minuten INHALT AUSGABE 8 // 2023 DEZEMBER Fotos: Dehn, Uvex, Vertical Pro, Wolff // 58 // 6 // 36 Störlichtbogenschutz von Dehn für Arbeiten an elektrischen Anlagen // 39 Sioen stellt mit Synq eine neue Workwear-Marke vor // 40 Warm und geschützt durch die kalte Jahreszeit leitet ISM // 42 - 46 Marktübersicht: Sicherheitsschuhe // 47 Norman Checker Betriebs- und Baustellensicherheit // 48 Ottobock will die Zukunft der Arbeitswelt aktiv gestalten // 50 Einfaches Handling und Effizienz mit Schalungssystemen von Ulma // 51 Der Baustellen Coach: „Darf das auch Spaß machen?“ NEU IM MARKT Seite // 28 - 29 // 26 // 36

// 5 Folgen Sie uns auf: Höhen- und Absturzsicherung // 52 Technikseminar des FISAT in der „Bunten Stadt am Harz“ // 54 Pfiffige Lösung von Krause spart wertvolle Arbeitszeit // 56 Veranstaltungskalender Fachhandel und Dienstleistungen // 58 Die Vertical Pro erweist sich als „echte Bereicherung für die Branche“ // 60 Safeguru will die sichersten Arbeitsplätze der Welt schaffen // 61 Sicherheitsingenieur Donato Muro warnt vor tückischen Gefahren im Winter // 62 Absprache und Teamwork mit Wolfgang Huwe // 64 Prosis unterstützt effiziente Handhabung von Unternehmerpflichten // 65 Firmenverzeichnis // 66 Vorschau / Impressum TopGRÜN einfach und sicher montiert Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. absturzsicherungenDIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm GRÜN – Ihr Komplettanbieter für Sicherheitssysteme, PSA und Dachgeräte TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt Grün-, Substrat- und Kiesdächer. a DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt TopGRÜN einfach und sicher montiert. Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. absturzsicherungen-gruen.de DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt TopGRÜN einfach und sicher montie Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. absturzsiche DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm Sicherheitssysteme, PSA und Dachgeräte TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt TopGRÜN einfach und sicher montiert. Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. absturzsicherungen-gruen.de DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm GRÜN – Ihr Komplettanbieter für Sicherheitssysteme, PSA und Dachgeräte TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt Gruen_Roll-Up_850x200_TopGrün_v03.indd 1 TopGRÜN einfach und sicher montiert. Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm GRÜN – Ihr Komplettanbieter für Sicherheitssysteme, PSA und Dachgeräte TOPGRÜN offen TOPGRÜN geklappt TOPGRÜN gewickelt Das auflastgehaltene System für Grün-, Substrat- und Kiesdächer. DIE TOPGRÜN VORTEILE IM ÜBERBLICK: Durchdringungsfrei und auflastgehalten Schnelle und leichte Montage Anschlagspunkt für zwei Personen (inkl. Ersthelfer) Kombinierbar mit GreenLine Seilsicherungssystem Feldlängen bis 10 m Dachneigung 0–5° mit Attika Abmessungen 3000 x 3000 x 350 mm

6 // NACHHALTIGKEIT 2.0 Die A+A bewies sich auch in diesem Jahr wieder als ein Trend- Barometer, als ein auf die Branche gerichtetes Brennglas für Innovationen, für Neuheiten, für Entwicklungen. Die weltgrößte Messe für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit vereinte Ende Oktober zahlreiche Hersteller persönlicher Schutzausrüstung unter den Hallendächern des Düsseldorfer Eventgeländes und an diesem einen Thema kam niemand vorbei: Nachhaltigkeit. Wie schütze ich Menschen – und schone dabei Ressourcen und Umwelt? Eine Frage, der sich der mittelfränkische PSA-Hersteller Uvex mit besonderer Passion verschrieben hat. Und mit besonderer Transparenz. Nachhaltigkeit erlebbar zu machen lautete ein gut sichtbares Ziel der Branchengröße auf der Messe in Düsseldorf. // Foto: Uvex TITELSTORY

// 7 In großen grünen Lettern stand „experience sustainability“ über dem zentralen Element des Uvex-Messestands in Düsseldorf geschrieben. Nachhaltigkeit erlebbar zu machen war ein Ziel der Branchengröße und dass das gut sichtbar in der Mitte der Ausstellerfläche gespielt wurde, kein Zufall: Seit über einem Jahrzehnt schon ist Nachhaltigkeit ein Schlüsselthema für Uvex. Im Fürther Familienunternehmen war man sich somit bereits vor dem aktuellen gesellschaftlichen und technischen Wandel der Tatsache bewusst, dass gehandelt werden muss – und dieser bestärkt Uvex nun auf diesem Weg. Uvex prüft, bewertet und optimiert alle Schritte entlang der Wertschöpfungskette, um Nachhaltigkeit – und diese definiert sich eben nicht nur durch ökologische Aspekte – ganzheitlich in Prozesse integrieren zu können. Dabei wurden vier Fokusbereiche identifiziert und mit messbaren Zielen gruppenweit bis auf Werksebene hinterlegt: Die ökologische Transformation steht für das ehrgeizige Vorhaben, bis 2045 klimaneutral zu sein. Auch gesellschaftliche Verantwortung gilt es zu übernehmen, darum lautet der Plan, durch unternehmerisches Denken und Handeln einen positiven Wandel in der Gesellschaft und der Lieferkette herbeizuführen. Mit dem Term Innovationstreiber Kreislauf beschreibt Uvex, dass Ressourceneffizienz, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit wichtige Innovationsfaktoren für neue Produkte und Dienstleistungen sind. Und unter dem Fokusbereich ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit verstehen sie in Franken, anspruchsvolles Schadstoffmanagement mit dem Ziel zu betreiben, Gesundheit und Umwelt geringstmöglich zu beeinträchtigen. Mehr Vergleichbarkeit Ein wichtiges Puzzleteil um das Gesamtbild der Nachhaltigkeitstransformation, in der sich das Unternehmen befindet, zu verstehen, ist der CO₂-Produkt-Fußabdruck. Uvex hat begonnen, genau diesen für die eigenen Arbeitsschutzprodukte von Kopf bis Fuß zu berechnen. Der Mehrwert liegt auf der Hand: Kundinnen und Kunden wird höchste Transparenz geboten, weil sich Uvex vergleichbar macht. Und auch der Hersteller selbst profitiert, weil er in seinem Handeln messbar wird – und somit weiß, wo und wie er sich verbessern kann. Verena Keller, Team Lead Strategic Sustainability Development, erklärt: „Wir weisen unsere Produkte sozusagen mit einem Preisschild für Emissionen aus. Dabei betrachten wir nicht nur das CO₂, sondern alle Emissionen von Treibhausgasen, die während der Produktion, in der Erstellung des Materials, auf dem Transport oder durch die Verpackung entstehen. Der Einfachheit halber rechnen wir diese in CO₂-Emissionen um und lassen sie dann von Drittanbietern zertifizieren.“ TITELSTORY Bei der Berechnung der Werte macht sich die Hersteller-Kompetenz von Uvex positiv bemerkbar. An sieben verschiedenen Standorten in Europa produziert das Unternehmen in eigenen Werken, keines davon ist mehr als 1000 Kilometer vom Headquarter in Fürth entfernt. Alleine vier Werke stehen sogar in Deutschland, dort werden Schutzbrillen, Handschuhe, Helme und Textilien produziert und veredelt. „Made in Uvex“ und „Made in Germany“ sind mehr als nur hübsche Schlagwörter, weil damit entscheidende Vorteile einhergehen: Zum einen stammen 98,4 Prozent des Stromverbrauchs der Werke seit 2014 aus komplett erneuerbaren Quellen, zum anderen kompensiert Uvex seit 2016 97,3 Prozent der durch die Gasverbrennung verursachten CO₂-Emissionen. Zudem sorgen die zentralen Produktionsstätten für kurze Transportwege und die Produktverpackungen und Umverpackungen hat Uvex auch in der eigenen Hand: überwiegend bestehen sie aus Altpapier. Ortswechsel. Zurück zum Uvex-Stand auf der A+A in Düsseldorf, der vor Besucherinnen und Besuchern nur so wimmelt. Sie alle kommen auch, um sich die Produktneuheiten anzusehen und erklären zu lassen. Von Kopf bis Fuß hat Uvex frische Innovationen mitgebracht, vom Helm bis zum Schuh. Und natürlich steht bei jeder neuen Produktentwicklung das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Eines der Highlights war sicherlich der Montagehandschuh „Uvex phynomic XG planet“. Der Zusatz „planet“ im Namen verrät es schon: Der Handschuh reiht sich in das Produktsystem „protecting planet“ ein. Darunter fallen beim fränkischen Hersteller all diejenigen Schutzbrillen, Sicherheitsschuhe, Handschuhe und Co., die sich unter anderem durch das Einbeziehen von Recyclingkonzepten und den Einsatz von biobasierten Materialien auszeichnen. Innerhalb dieses nachhaltigen Produktsystems kommen regelmäßig neue Artikel hinzu. Wichtig ist Uvex hierbei, dass diese Produkte und ihre Herstellung hohen Ansprüchen an einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Gesellschaft und Natur gerecht werden – und dennoch natürlich nichts an Schutzfunktion einbüßen.

8 // TITELSTORY Dieser Handschuh besteht zu mehr als der Hälfte aus nachhaltigem Material. // Fotos (4): Uvex Rezyklat, Granulat, Waschmaschinenwannen In diesen Ansatz passt nun also auch der „Uvex phynomic XG planet“. Er besteht zu mehr als 50 Prozent aus nachhaltigem Material: Statt Polyamid-Fasern zu verwenden (wie beim „Uvex phynomic XG“), setzt Uvex bei der „planet“- Variante auf Polyamid-Abfälle des Faserherstellers, sogenanntes Polyamid-Rezyklat. Durch den Einsatz dieses rezyklierten Materials sinkt der CO₂-Fußabdruck merklich, nämlich um ganze 29 Prozent auf 0,22 Kilogramm pro Paar. „Das stellt ein durchaus beträchtliches Einsparpotenzial dar, vor allem wenn man den Wert auf größere Stückzahlen hochrechnet“, erklärt Carsten Baumgarten, Managing Director bei Uvex safety gloves. „Das Produkt ist noch dazu qualitativ hochwertig und langlebig und senkt damit Abfälle und spart Rohstoffe ein.“ Die hohe Standzeit, so Baumgarten, werde „schnell zu einem nicht zu unterschätzenden ökonomischen Faktor für Betriebe.“ Nicht nur die Hände, auch die Füße schützt Uvex kompetent und nachhaltig, eine weitere Produktneuheit ist der neue „Uvex 1 x-craft planet“, der sich in eine Range von Sicherheitsschuhen für Industrie, Logistik und Handwerk einfügt. Die integrierte Flexzone im Vorfußbereich bietet maximale Flexibilität und kommt all denjenigen zugute, die im Knien oder in der Hocke arbeiten. Das funktionelle Sohlendesign bietet hier zuverlässig Komfort. Ohnehin ist die Sohlenkonstruktion rund um die abriebfeste TPU-Laufsohle mit zehn Prozent RecyclingAnteil ein echtes Highlight, denn der Hersteller setzt hier auch auf das bewährte „Uvex bionom x“-Prinzip, das die essenziellen biomechanischen Funktionsweisen des Körpers mit denen des Schuhwerks verbindet und so eine harmonierende Einheit aus Mensch und persönlicher Schutzausrüstung schafft. In der Zwischensohle, die zu 15 Prozent aus recyceltem Granulat produktionseigener Überschüsse besteht, ist zudem die „Uvex i-Purenrj planet“-Technologie integriert, die dem Träger oder der Trägerin eine optimale Energierückgewinnung bietet. „Insgesamt haben wir hier 30 Prozent Rezyklatanteil im Produkt und mit einem CO₂- Fußabdruck von knapp über sieben Kilogramm ist das unser Beweis, dass Nachhaltigkeit in einem innovativen, technologisch hochwertigen Produkt umgesetzt werden kann“, sagt Matthias Persau, Director SBU Footwear bei Uvex. Auch im Bereich Eyewear, historisch wohl die Kernkompetenz von Uvex, ist die wichtigste Produktneuheit nicht nur leicht, rutschfest, kratz- und beschlagsicher, sondern eben auch: nachhaltig. Die „Uvex pheos nxt planet“ besteht zu insgesamt zwölf Prozent aus recyceltem Material, auch bei Verpackung und Logistik setzt das Unternehmen auf umweltfreundliche Lösungen. Die neue FFP3-Atemschutzmaske Diese Schutzbrille besteht zu insgesamt zwölf Prozent aus recyceltem Material, ist aber leicht, rutschfest, kratz- und beschlagsicher. Die Kopfbandhalterungen der neuen Atemschutzmaske bestehen zu 100 Prozent aus wiederaufbereitetem PP.

// 9 Mit insgesamt 30 Prozent beziffert der Hersteller den Rezyklatanteil in dem neuen Schuh der „planet“-Serie. „Uvex silv-Air 2310 planet“ bringt derweil Kopfbandhalterungen mit, die ausschließlich – also zu 100 Prozent – aus wiederaufbereitetem PP bestehen, das zum Beispiel aus Waschmaschinenwannen und anderen Teilen von Haushaltsgeräten stammt. Produktion und Kommunikation Diese vier und noch einige weitere frisch gelaunchte Produkte sind Teil der „protecting planet“-Range 2.0. Es hatte in Hand-, Fuß-, Augenschutz und Co. schon zuvor nachhaltige Produkte gegeben, für die verschiedensten Anwendungen. Die neuen Artikel bauen auf den Erfahrungswerten und Funktionen auf – Nachhaltigkeit 2.0. Dazu passt, dass auch der Umgang mit dem Themenkomplex Nachhaltigkeit auf ein neues Level gehoben worden ist. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht – genauso wie wir ernsthafte nachhaltige Aktivitäten in Produktion, Produkt und anderen Bereichen umsetzen – Nachhaltigkeit auch zu kommunizie- #NICHT-GANZ-UNGEFÄHRLICH Der Arbeitsschutz-Podcast – jetzt reinhören unter: www.szwei-verlag.de/podcast www.szwei-verlag.de Eschacher Straße 3 | 87474 Buchenberg i. Allgäu Tel. 08378 / 350 77 80 | info@szwei-verlag.de ren“, erklärt Verena Keller, Leitung Strategic Sustainability Development. „Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnern und Geschäftspartnerinnen Nachhaltigkeit näherbringen, und das nicht nur in Bezug auf unsere eigenen Uvex-Aktivitäten, sondern allgemein das Wissen in diesem Bereich aufbauen. Ein Beispiel dafür ist unser Format ,Uvex x-plore´, in dem wir alle 14 Tage auf unseren Social-Media-Kanälen LinkedIn und Instagram einen Begriff anbieten, den wir ähnlich wie in einem Lexikon kurz und knapp erklären und dabei gleich aufzeigen, wie Uvex diese Thematik angeht und umsetzt.“ Auch zur CO₂-Produktfußabdruckberechnung, so Keller, gebe es eine Informationsbroschüre, in der die Methodik erklärt wird. Alles im Sinne der Transparenz, immer auch mit dem Wissen, dass der Markt genau das erwartet. Das hat nicht zuletzt die A+A gezeigt. TITELSTORY

10 // KURZ NOTIERT KURZ NOTIERT Haushaltsplan und neuer Vorsitz // Foto: Tilmann Lothspeich Zu Vorsitzenden der BG Etem, der gesetzlichen Unfallversicherung für rund vier Millionen Beschäftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben in den Bereichen Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse, wurden Cathrin Praße-Stern und Jobst Kleineberg unlängst einstimmig von der Vertreterversammlung gewählt, Dr. Bernhard Ascherl und Hans-Peter Kern wurden als Vorsitzende des Vorstands bestätigt. Der von der Versammlung beschlossene Haushaltsplan für das Jahr 2024 sieht Ausgaben in Höhe von 1,6 Milliarden Euro vor. Davon sind 1,1 Milliarden Euro für die Rehabilitation und Entschädigung von Verletzten und Erkrankten eingeplant. Für Präventionsmaßnahmen sind 157 Millionen Euro vorgesehen. // Foto: Carlisle Der Spezialist für Lehmbaustoffe Claytec hat sich mit Jan Büchler (Foto) im Außendienst verstärkt. Der neue Kollege aus Schwerin verstärkt seit Oktober das Service-Team „Nord-Ost“. Gemeinsam mit Innendienstmitarbeiter Philipp Meier bildet er das Team für die Region und steht als weiterer Ansprechpartner zur Verfügung. Beide sind bestens qualifiziert und engagiert, um die bestmögliche Unterstützung und Beratung in allen Angelegenheiten rund um Claytec-Produkte zu bieten. Team „Nord-Ost“ verstärkt Rasante virtuelle Reise Eine ganz andere Art der Unternehmensvorstellung hat Carlisle, Spezialist für EPDM Abdichtungen und Anbieter für Absturzsicherungen, entwickelt. Ein Virtual Reality-Video nimmt den Betrachter mit auf eine rasante virtuelle Reise in die Welt der Carlisle Produkte; eine kurze Führung durch das Thüringer Produktionswerk inklusive. Die Erstaufführung dieser „schnellsten Unternehmensvorstellung aller Zeiten“ konnten die Besucher der „Erlebe Carlisle“-Roadshow mittels spezieller VR-Brillen auf sich wirken lassen. Neuer Teamleiter im Vertrieb Seit November verstärkt Torben Nöckel (Foto) das ISM Vertriebsteam als Teamleiter für den Vertriebsaußendienst Technischer Handel / Industrie Süd-West Deutschland. Darüber hinaus ist er für die Gebietsbetreuung in der Schweiz verantwortlich. Als zertifizierter PSAFachberater mit 14 Jahren Vertriebserfahrung bringt Nöckel Fach- und Branchenkenntnisse aus der Textil- und Bekleidungsindustrie mit. Durch die neu organisierte regionale Gliederung und die geplante Erweiterung des Sortiments im Bereich Hand-, Kopf- und Gehörschutz in Zusammenarbeit mit der PIP Group, wird ISM Einzelhändler und Endverbraucher // Foto: ISM mit einer umfangreicheren und verbesserten Auswahl an Produkten und Lösungen noch effektiver unterstützen. Mit dem Slogan „Job gesucht. Heimat gefunden.“ war Nordwest unlängst beim „Tag des Handballs“ präsent. Als Sponsor des Deutschen Handballbundes (DHB) stellt das Verbundunternehmen derzeit sein Employer Branding in den Vordergrund, um die Attraktivität von Nordwest als Arbeitgeber zu stärken. So war der Slogan schon bei der Handball-Weltmeisterschaft der Herren in Polen und Schweden als Bandenwerbung zu sehen, und im Sommer bei der U21-JuniorenWM in Deutschland und Griechenland. Attraktivität als Arbeitgeber stärken // Foto: Claytec // Foto: Nordwest

// 11 Ausstattung auf und neben der Rennstrecke Die ganzheitliche Ausrüstung auf und neben der Rennstrecke bei Ski Austria übernimmt als offizieller Ausstatter für die kommenden drei Jahre die noch junge Workwear- und Corporate Wear-Marke Schöffel PRO. Der Outdoorbekleidungshersteller Schöffel Sport ist bereits seit 2008 offizieller Ausstatter der Athleten der Sparten Ski Alpin, Ski Cross und Para-Sport im Team Ski Austria. Mit Schöffel PRO unterstützt das Unternehmen nun auch die Service- und Medical-Teams dieser Sparten bei ihrer Arbeit. Ausgezeichneter Dachdecker-Nachwuchs 13 Landessieger und eine Landessiegerin traten im Karlsruher Dachdeckerbildungszentrum an, um ihre Bundessieger zu ermitteln. Dort galt es vielfältige Aufgaben im Steil- und Flachdachbereich sowie an der Fassade zu meistern, darunter eine Kür- sowie zwei Pflichtaufgaben. Bundessieger 2023 ist Paul Ostermann (Mitte) mit 169 Punkten (Ausbildungsbetrieb Zimmermann Bedachungen, Ockenheim), Platz zwei ging mit 166,40 Punkten an Noah Zimmer (l./Ausbildungsbetrieb Helmut Zimmer, St. Wendel), der Dritte Tom Seel (r.) erreichte 165,9 // Foto: Hilti Punkte (Ausbildungsbetrieb FWS Bedachungen, Weissach im Tal). Maximal konnten laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 200 Punkte erreicht werden. Erfolgstrainer legt selbst Hand an Seit Anfang des Jahres ist Erfolgstrainer Jürgen Klopp (Foto) der Markenbotschafter der Unternehmensgruppe Fischer. Mit einigen neuen Beiträgen wird die Kampagne nun fortgesetzt. Ganz ohne Drehbuch, authentisch und nahbar bringt Klopp in mehreren neuen Videos und Kurzclips auf den Punkt, worin die Leistungen des Unternehmens heute bestehen: „Von der Planung bis zur Dokumentation 360 Grad-Lösungen“. Neben dem Kennenlernen der Services legt Jürgen Klopp auch selbst Hand an und testet in den Videos Fischer Produkte. So überzeugt er sich von den Vorteilen der „Power Fast II“- Schrauben und den Solarbefestigungen des Befestigungsspezialisten. // Foto: Fischer // Foto: Schöffel Pro fristads.com Nachhaltigkeit wird sichtbar. Noch nie zuvor hatten Arbeiter, die bei ihrem Job täglich auf hohe Sichtbarkeit angewiesen sind, eine so große Auswahl an komfortabler, langlebiger und nachhaltiger Kleidung zur Verfügung. Mit der nachhaltigen, für Industriewäsche geeigneten Warnschutz-Kollektion High Vis Green von Fristads ist es möglich, alles zu haben. // Foto: ZVDH KURZ NOTIERT

12 // KURZ NOTIERT // Foto: denboma/Adobe Stock Seit Anfang Oktober verstärken Danny Oberüber (30/l.) und Robert Meyer (36/r.) das Team von Wolff im technischen Vertrieb. Während Meyer das Gebiet Nordrhein-Westfalen betreut, ist Oberüber für Berlin und Umgebung zuständig. Zu ihren Aufgaben gehören der Ausbau und die Pflege der GeVerstärkung im Außendienst schäftsbeziehungen sowohl zum Großhandel als auch zum Handwerk. Ebenso verantworten sie die Vertriebsaktivitäten und die Umsatzentwicklung im jeweiligen Gebiet und fungieren als Ansprechpartner für das bodenlegende Handwerk. KURZ NOTIERT Langfristige Beziehungen pflegen Die unabhängige Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der internationalen Bekleidungsindustrie ein. Ihre Standards gelten allgemein als die höchsten in der Branche. In diesem Jahr wurde BP zum zehnten Mal in Folge mit der höchsten Auszeichnung der FWF als Fair Wear Leader bewertet. Die FWF bescheinigt dem Unternehmen „außergewöhnliche Fortschritte“ und lobt die „Beschaffungsstrategie, die sich auf die Pflege langfristiger Beziehungen konzentriert“. Mit vielen Partnern arbeitet BP schon seit Jahrzehnten zusammen. Nachhaltigkeitsstrategie belohnt Nach der Lizenzierung für den Grünen Knopf im letzten Jahr hat Kübler in diesem Sommer die Prüfung gemäß 2.0-Standard erfolgreich absolviert. Der Hersteller von Arbeitskleidung und Persönlicher Schutzausrüstung erfüllt somit die weiterentwickelten Anforderungen des staatlichen Siegels für nachhaltige Textilien. Die Neuerungen beinhalten eine Grundsatzerklärung zur verantwortungsvollen Unternehmensführung, u. a. mit Selbstverpflichtung zu existenzsichernden Löhnen und dem Einsatz nachhaltiger Materialien. Im Zuge der Erweiterung der unternehmerischen Sorgfaltspflichten verlangt der 2.0-Standard außerdem die sukzessive Ausdehnung der Risikoanalyse auf die gesamte Lieferkette, Präventivmaßnahmen sowie einen Beschwerdemechanismus. Der Grüne Knopf „ist elementar wichtig für unsere Nachhaltigkeitsstrategie, da er als Meta-Siegel die Transparenz und Akzeptanz eingeführter Sozial- und Ökologiesiegel sicherstellt“, sagt Michael Stiegert, Geschäftsführer bei Paul H. Kübler Bekleidungswerk. // Foto: Kübler // Foto: BP – Bierbaum-Proenen FEHLERTEUFEL HAT SICH EINGESCHLICHEN Da hat sich doch in die Berichterstattung über Kask zur Messe in der November-Ausgabe ein Fehler eingeschlichen. Auf dem hier noch einmal präsentierten Bild lädt PR- und Communication Coordinator Saftey Stefania Bettoni Chefredakteur Camillo F. Kluge ein, den schon ikonischen Bestseller des Herstellers „Superplasma“ einmal aufzusetzen. // Foto: Stephan Berchtold // Fotos: Wolff

// 13 DAIBER MACHT’S EWIG. Bei uns wird jedes Kleidungsstück zum treuen Begleiter. Unsere Designs sind zeitlos elegant, unsere Produkte aus hochwertigen Materialien gefertigt. Das macht unsere Corporate Wear besonders langlebig. www.workweartextilien.de Bezug über den qualifizierten Fachhandel

14 // Um sicher und gesund zu arbeiten, ist saubere Luft ein entscheidendes Kriterium. Doch leider hat die alte Redensart „wo gehobelt wird, da fallen Späne“ auch im nicht übertragenen Sinn ihre Berechtigung – sprich in Bau und Handwerk wird es, wenn etwas bearbeitet wird, häufig schmutzig. Und dieser Schmutz ist manchmal so filigran, dass er als feiner Staub auch in der Luft liegt und so in die Atemwege gelangen kann – drinnen wie draußen. Es gibt den Holzstaub, der eben da anfällt, wo eben die Späne fallen, aber auch Keramikfaserstaub, Stäube mikrobiologischer Herkunft, wenn beispielsweise Schimmel an einer Wand entfernt wird, es gibt mineralischen Mischstaub aus Sand, Gips, Beton, Kalk oder auch Zement mit unterschiedlichen Quarzanteilen oder eben auch Asbeststaub. Laut der Weltgesundheitsorganisation waren im Jahr 2016 unglaubliche 450.000 Todesfälle auf berufsbedingte Gase, Feinstaubpartikel und Dämpfe zurückzuführen. Mal abgesehen davon, dass Staub je nach Art die Augen oder die Haut reizen oder schädigen kann, sind die kleinen, für das Auge kaum wahrnehmbaren feinen Partikel besonders gefährlich. Denn diese können eingeatmet werden und sich in der Lunge festsetzen. Mineralische, quarzhaltige Stäube können genauso Lungenkrebs verursachen wie Asbeststaub, der in Altbauten immer noch auftreten kann. Staub lässt sich nicht vermeiden, also muss verhindert werden, dass bei der Arbeit Kontakt mit dem Staub aufkommt. Wie das funktionieren kann, da geben die folgenden Seiten einige Hinweise und Empfehlungen. cfk STAUBFREIES ARBEITEN

// 15 // Foto: Frauke Riether/Pixabay DRINNEN & DRAUSSEN

16 // TOP-THEMA Wo gearbeitet wird, entsteht Staub. Das gilt für nahezu alle Tätigkeiten auf Baustellen – egal ob bei Abbruch- oder Sanierungsarbeiten, bei Renovierungsmaßnahmen oder bei der Baustellenreinigung. In der Regel sind Bauhandwerkerinnen und -handwerker dabei mit mineralischen Mischstäuben z. B. aus Sand, Kalk, Gips, Zement oder Beton konfrontiert, die auch Quarzstaub enthalten. Bei Tätigkeiten in älteren Gebäuden kann ein weiterer Gefahrstoff hinzukommen, und zwar Asbest. Der Einsatz von Asbest ist in Deutschland zwar seit dem 31. Oktober 1993 verboten, bis dahin aber wurde der einstige „Wunderstoff“ aufgrund seiner technischen Eigenschaften in vielen Bauprodukten verwendet und so versteckt sich Asbest auch heute noch z. B. in Dacheindeckungen und Fassadenplatten, in Sanitärrohren oder Brandschutzisolierungen, in Bodenbelägen, Putzen, Spachtelmassen oder Fliesenklebern. Solange Asbest verbaut und fest gebunden ist, geht von dem Stoff in der Regel keine Gefahr aus. Wenn aber Löcher gebohrt, Rohrleitungen ausgebaut oder Tapeten, Dacheindeckungen und Fußbodenbeläge entfernt werden sollen, können Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden. Letztlich kann also jedes Handwerksunternehmen, das in älteren Gebäuden arbeitet, auch heute noch mit Asbest in Kontakt kommen. So sind mit der energetischen Gebäudesanierung Gefährdungen durch Asbest zu beachten. Auch deshalb dürfen Unternehmen und Beschäftigte beim Bauen im Bestand den Arbeitsschutz nicht vernachlässigen. In der D ie nächste Sanierungswelle wirbelt Staub auf, und der kann krank machen. Sind nämlich Beschäftigte beim Bauen im Bestand wiederholt Stäuben ausgesetzt, kann das zum Problem werden. Denn in vielen Bestandsbauten schlummern Gebäudeschadstoffe, die schwere und sogar tödlich verlaufende Atemwegserkrankungen verursachen können. Deshalb darf beim Bauen im Bestand der Arbeitsschutz nicht zu kurz kommen. Dazu gehört vor allem auch der Schutz vor Staub, wie Andrea Bonner von der BG BAU erläutert. ... ist seit fast 25 Jahren als Referentin bei der BG BAU. Ihr Sachgebiet ist Sanierung und Bauwerksunterhalt, wozu auch Stoffliche Gefährdungen zählen. Andrea Bonner STAUBARM BAUEN IM BESTAND Schutz vor Staub ist wichtig, ganz besonders auch bei der Altbausanierung von Gebäuden, die vor 1993 errichtet wurden. // Fotos (2): BG BAU

// 17 TOP-THEMA Gefährdungsbeurteilung sind mögliche Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten zu ermitteln und entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor gesundheitsschädlichem Staub und Faserstäuben festzulegen. Warum Staub gefährlich ist Bei hoher Belastung kann jede Art von Staub, sei es Holz-, Gips-, Blei- oder Faserstaub, die Gesundheit gefährden und zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Staub ist Ursache vieler Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft. Besonders gefährlich sind Quarz- und Asbestfaserstäube. So kann Quarzstaub nicht nur zu Silikose und SilikoTuberkulose führen, sondern auch zu Lungenkrebs. Und werden Asbestfasern eingeatmet, setzen diese sich im Lungengewebe oder auch im Brust- und Rippenfell fest und können Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliome – das sind Tumore in der Pleura (Brustfell) – verursachen. Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose gehört im Bauhandwerk noch immer zu den häufigsten Berufskrankheiten, und Asbest ist bei den Versicherten der BG BAU sogar die häufigste Todesursache. Allein im Jahr 2022 sind 320 Versicherte aufgrund einer asbestbedingten Berufskrankheit gestorben. Auch die Zahl der Neuerkrankungen nahm im vergangenen Jahr zu. So wurden der BG BAU 2022 insgesamt 2.414 neue Verdachtsfälle für Berufskrankheiten im Zusammenhang mit Asbest gemeldet. Asbestfasern, die beim Bauen im Bestand freigesetzt werden, gefährden im Übrigen nicht nur jene, die auf den Baustellen arbeiten, sondern unter Umständen auch Menschen in der Umgebung, also beispielsweise Bewohnerinnen und Bewohner der betreffenden Häuser oder Anrainer. In diesem Zusammenhang dürfte interessant sein, dass freigesetzte Asbestfasern sehr lange Zeit in der Luft bleiben und eingeatmet werden können. Asbest ist also ein nach wie vor aktuelles Problem, das vor dem Hintergrund der energetischen Ertüchtigung von Bestandgebäuden zumindest mittelfristig nicht kleiner wird. Schutz vor Asbestfaserstäuben Weil die Verwendung von Asbest erst im Oktober 1993 verboten wurde, ist bei Gebäuden, die bis dahin errichtet oder umgebaut wurden, immer davon auszugehen, dass Asbest vorhanden sein kann. Deshalb gilt: Soll im Bestand gebaut werden, ist vor Beginn der Arbeiten eine genaue Recherche und gegebenenfalls Materialanalyse durch Probenentnahmen erforderlich. Kann der Verdacht auf Asbest durch diese Recherchen nicht widerlegt werden, gibt es besondere Anforderungen an die technische Ausrüstung und auch an die Qualifikation der Beschäftigten. Welche konkreten Schutzmaßnahmen erforderlich sind, müssen Unternehmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen. Für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und zur Beaufsichtigung der Tätigkeiten sind sachkundige Personen gefragt. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 fasst zusammen, was bei Tätigkeiten mit Asbest und asbesthaltigen Materialien bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten und bei der Abfallbeseitigung zu beachten ist. Zuvorderst kommt es darauf an, möglichst emissionsarm zu arbeiten. Wo sich Staub nicht vermeiden lässt, muss er abgesaugt und gefiltert werden. Wichtig ist, dass sich Asbestfasern nicht in andere Bereiche verteilen können. Deshalb sind asbestbelastete Arbeitsbereiche auch durch staubdichte Abschottungen und Schleusen abzutrennen. Außerdem müssen die Beschäftigten staubdichte Schutzanzüge und Atemschutzmasken tragen. Damit die Beschäftigten, die mit asbesthaltigen Materialien arbeiten, in der Lage sind, die Arbeiten sachgerecht und sicher auszuführen, gibt es besondere Anforderungen an deren Qualifikation. Die theoretischen Inhalte vermittelt u. a. das E-Learning-Programm „Grundkenntnisse Asbest“ der BG BAU. Finanzielle Förderung für Schutzmaßnahmen Um ihre Mitgliedsunternehmen bei der Zusammenstellung einer Basisausstattung zum Schutz vor Staub zu unterstützen, hat die BG BAU mit dem „Schutzpaket für das Bauen im Bestand“ sieben Maßnahmen zusammengefasst, die in ihrer Kombination die Belastungen durch Staub, Faserstäube und luftgetragene Gefahrstoffe in der Atemluft der Beschäftigten deutlich reduzieren. ✓ Staubarme Materialien verwenden: Granulate oder fertig angemischte Mörtel- oder Spachtelmassen statt pulverige Bauprodukte zum An- mischen ✓ Staubarme Verfahren wie Nass- oder Feuchtbearbeitungsverfahren anwenden ✓ Staub an der Entstehungsstelle absaugen – absaugende Maschinen und Geräte verwenden ✓ Arbeitsräume ausreichend lüften, bei hoher Staubbelastung Lüftungs- geräte mit Abluftfilterung einsetzen ✓ Maschinen und Geräte zur Staub- erfassung regelmäßig prüfen und warten ✓ Staub mit Wasser niederschlagen ✓ Arbeitsbereiche regelmäßig reini- gen: nicht trocken kehren oder abblasen, sondern Staubsauger oder Kehrsaugmaschinen benutzen ✓ Staubablagerungen oder Schutt sofort beseitigen, um Staubauf- wirbelung oder Staubausbreitung zu verhindern Acht Tipps für weniger Staub am Bau Zum „Schutzpaket Bauen im Bestand“ gehören: • Handmaschinen mit Absaugung • Bauentstauber der Staubklasse H • Luftreiniger oder Unterdruckhaltegräte der Staubklasse H • Staubschutztür in faltbarer Ausführung • Ein-Kammer-Personenschleuse in faltbarer Ausführung • Einwegschutzanzüge der Kategorie III Typ 5/6 • Atemschutz-Halbmasken mit P3-Filter Unternehmen, die in diese kombinierten Schutzmaßnahmen investieren, können 50 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 5.000 Euro, von der BG BAU erstattet bekommen.

18 // TOP-THEMA Die Sicherheitssauger des Herstellers gibt es für alle Staubklassen. Arbeitsstäube können in die Atemwege gelangen und zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Krebs oder Vernarbun- gen des Lungengewebes führen. Deshalb sind entsprechende Vorkehrungen nicht nur für die ausführenden Betriebe, sondern auch auf Seiten der Bauherren, Ingenieurbüros und Bauplaner erforderlich. Zu den wichtigsten technischen Schutzmaßnahmen gehört der Einsatz passender Sicherheitssauger und Bauluftreiniger, die Flex-Elektrowerkzeuge in Ausstattungen für alle Staubklassen anbietet. Darunter finden sich auch zwei Innovationen: der kompakteste Akku-Sauger seiner Klasse sowie der leichteste Sicherheitssauger der Klasse M mit reduziertem Geräuschpegel. Die Sicherheitssauger lassen sich ganz einfach mit sämtlichen Werkzeugen des Herstellers verbinden. // Fotos (4): Flex-Elektrowerkzeuge Staubklassen und was sie bedeuten Grundsätzlich unterscheidet man E- und AStäube: Als E-Staub ist die Gesamtheit aller Partikel definiert, die eingeatmet werden können. A-Stäube bestehen aus Feinstpartikeln, die bis in die Lungenbläschen vordringen können. Darüber hinaus unterscheidet die EU-Norm die Klassen L, M und H. Die Staubklasse L bezeichnet „leicht“ gefährliche Stoffe wie groben Schmutz. Zur Klasse M zählen gefährliche, nicht krebserregende Stoffe, darunter Quarz, Kupfer und verschiedene Hölzer. „Hoch“ gesundheitsgefährdende, krebserregende Stoffe der Klasse H sind zum Beispiel Asbest, Schimmel, Formaldehyd oder auch Blei. Auswahl des passenden Saugers Maßgeblich für die Wahl des richtigen Sicherheitssaugers ist das Filtersystem. So sind für M-Sauger ein Hauptfilter mit einem Durchlassgrad von maximal 0,1 Prozent und ein Abscheidegrad von bis zu 99,9 Prozent vor- B ei Arbeiten in Innen- und Außenräumen entstehen Arbeitsstäube, die die Sicht auf das Arbeitsfeld behindern und die Gesundheit gefährden können. Wird der entstehende Feinstaub nicht abgesaugt, belasten kleinste Partikel über Stunden die Atemluft. Abhilfe schaffen Sicherheitssauger, beispielsweise aus dem Sortiment der Flex-Elektrowerkzeuge. Diese entfernen Stäube verschiedener Staubklassen und entsprechen dabei den gesetzlichen Vorgaben. SICHERHEITSSAUGER UND BAULUFTREINIGER

Eschacher Straße 3 | 87474 Buchenberg i. Allgäu Tel. 08378 / 350 77 80 | info@szwei-verlag.de www.szwei-verlag.de ...WEITER- LESEN? ABO – aber sicher! Jetzt ABO abschließen unter: www.szwei-verlag.de/abo

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