Ausgabe 2 // 2026 März (Vorschau) | Arbeitsschutz - aber sicher!

18 // Das familiengeführte Unternehmen Baak mit Sitz am Niederrhein hat sich auf Ergonomie und Fußgesundheit im Arbeitsalltag spezialisiert. Im Gespräch gibt Tina Kolisch praxisnahe Hinweise, erklärt materialbedingte Unterschiede und zeigt auf, welche Faktoren ein angenehmes Fußklima auch an heißen Tagen ermöglichen. Geschlossenes Schuhwerk, langes Stehen, körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten oder ungünstige Materialien können schnell zu übermäßigem Schwitzen, Reibung, Blasen oder unangenehmem Geruch führen. Dabei lässt sich ein gesundes Fußklima mit den richtigen Materialien, Einlagen und Pflegegewohnheiten gezielt unterstützen. Wenn die Temperaturen steigen, klagen viele Beschäftigte über schwitzende oder müde Füße in Sicherheitsschuhen. Warum ist das gerade im Frühjahr und Sommer ein so häufiges Thema? Tina Kolisch: Weil der Fuß in dieser Jahreszeit einfach mehr arbeiten muss. Sicherheitsschuhe sind geschlossen, zum Teil über viele Stunden am Tag, und die Muskulatur wird zusätzlich belastet – durch Stehen, Gehen, häufig auch durch unebene Untergründe. Wenn dann Wärme dazukommt, steigt die Feuchtigkeit im Schuh, und die Haut reagiert schneller mit Reibung oder Blasen. Ein gutes Fußklima ist deshalb ein echter Präventionsfaktor. Gibt es Unterschiede beim Fußklima zwischen S1- und S3-Sicherheitsschuhen? Kolisch: Ja, und diese Unterschiede sind GUTES FUSSKLIMA LEISTET EINEN WICHTIGEN BEITRAG ZUR GESUNDHEIT AM ARBEITSPLATZ Warme Temperaturen stellen nicht nur den Kreislauf vor Herausforderungen – auch die Füße leisten in Arbeitsumgebungen Schwerstarbeit. Wie sich Fußgesundheit und Tragekomfort an die steigenden Temperaturen anpassen lassen, verrät Tina Kolisch. Sie ist Technische Produktmanagerin bei Baak. in warmen Monaten durchaus spürbar. S1-Schuhe sind häufig offener konstruiert und bestehen oft aus luftdurchlässigeren Textilien oder Mikrofasern. Dadurch kann Feuchtigkeit schneller entweichen, und die Füße heizen sich weniger auf. S3-Modelle hingegen verfügen über eine geschlossene Konstruktion sowie meist robusteres, dichteres Material – etwa Leder oder Schaftkombinationen mit geringerer Luftdurchlässigkeit. Das erhöht die Schutzwirkung, kann aber das Fußklima stärker beeinflussen. Moderne S3-Schuhe setzen deshalb zunehmend auf textile, leichte Komponenten, um Atmungsaktivität und Sicherheit miteinander zu vereinen. Was können Beschäftigte tun, um ein gesundes Fußklima auch an warmen Arbeitstagen zu unterstützen? Kolisch: Der größte Hebel sind die Materialien. Atmungsaktive Obermaterialien wie moderne Textilgewebe oder Mikrofasern helfen, Feuchtigkeit schneller abzutransportieren. Und: Das Innenfutter spielt eine enorme Rolle. Funktionsfasern mit hoher Wasserdampfdurchlässigkeit verhindern, dass Feuchtigkeit im Schuh „steht“. Ein Punkt, der vielen nicht bewusst ist: Auch Elemente wie die Durchtritthemmung beeinflussen das Fußklima. Textile Varianten können Flüssigkeit aufnehmen und Wärme besser abgeben. Unser Baak Neo Shield absorbiert beispielsweise bis zu 150 Milliliter Flüssigkeit und ist zudem spürbar leichter als Stahl. Wie sieht es mit Einlagen aus – können diese den Schuh zusätzlich aufheizen? Kolisch: Entscheidend ist die Materialzusammensetzung. Einlagen mit offenen Zellstrukturen und feuchtigkeitsabsorbierenden Schäumen sind im Sommer ideal, weil sie Atmungsaktivität verbessern und den Fuß stabil führen. Dichte Schäume, die keine Luftzirkulation zulassen, können dagegen tatsächlich wärmer wirken. Zudem unterstützen gute Einlagen die natürliche Abrollbewegung. Wenn der Fuß weniger ermüdet, schwitzt er auch weniger – es hängt also alles zusammen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es sich um Einlagen handelt, die für das entsprechende Modell zertifiziert sind. Viele fragen sich: Was kann man gegen Geruch tun, wenn man den ganzen Tag Sicherheitsschuhe trägt? Kolisch: Das ist ein klassisches Thema, lässt sich aber gut in den Griff bekommen, wenn man ein paar Hinweise beherzigt. Dazu gehört das Tragen von Funktionssocken statt Das geringe Gewicht der asymmetrisch geformten Composite-Kappe lässt Beschäftigte weniger schnell ermüden. TOP-THEMA

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