8 // TITELSTORY zent für Schuhe – seit vielen Jahrzehnten mit starkem Fokus auf Sicherheitsschuhen. Dies bildet für uns das Fundament für weiteres Wachstum. Denn wir sehen natürlich, dass sich der Markt verändert. Der Bedarf an Sicherheitsschuhen in Deutschland wird perspektivisch eher sinken, weil der Arbeitsmarkt insgesamt schrumpft und sich Branchenstrukturen verschieben. Darauf müssen wir reagieren, indem wir unser Know-how in andere Branchen transformieren und auf neue Zielgruppen ausrichten. Zusätzlich wollen wir, wie bereits erwähnt, unser Kerngeschäft stärker international ausrichten: Ich bin der Überzeugung, dass unsere Produkte für viele Branchen und Märkte echte Mehrwerte schaffen können. Für uns geht es nicht daSo leicht war noch kein Sicherheitsschuh des niederrheinischen Herstellers: Dieses Modell bringt deutlich weniger als 400 Gramm auf die Waage. // Fotos (2): Elten Ausgereifte Fußschutzkonzepte und technologische Innovationen – das sind die Stärken des niederrheinischen Sicherheitsschuhentwicklers und -herstellers Elten. Das mittelständische Familienunternehmen aus Uedem fertigt Fußschutz in über 116-jähriger Tradition, beschäftigt derzeit über 400 Mitarbeiter und erzielt eine Jahresproduktion von über 3 Millionen Paar Schuhen. Die Anwender und deren Bedürfnisse stehen stets im Mittelpunkt bei der Entwicklung neuer Modelle. Diese bieten nicht nur sicheren Schutz vor Verletzungen, sondern erfüllen auch die Anforderungen an Ergonomie, Tragekomfort, Gesunderhaltung der Füße und modernes Design. Das ist Elten Haben Sie sich eigene Ziele hinsichtlich der Unternehmensführung gesetzt? van Elten: Selbstverständlich möchte ich neue Akzente in der Unternehmenskultur setzen. Gerade in Bezug auf die Personalentwicklung sehe ich Veränderungspotenzial. Dieses resultiert für mich aber vor allem aus einem gesellschaftlichen Wandel, nicht aus Fehlern der Vergangenheit. Vielmehr habe ich die Möglichkeit, auf der herausragenden Basis meines Vaters und seines Teams aufzubauen. Wenn dieses Team, das wesentlich zur bisherigen Entwicklung beigetragen hat, auch in Zukunft unseren Weg unterstützt und sich darin wiederfindet, empfinde ich das als große Bestätigung. Wenn es uns gelingen soll, europäischer Marktführer zu werden, sehe ich es als meine Aufgabe, Strukturen konstant zu hinterfragen, um als Unternehmen agil zu bleiben und auf die diversen Anforderungen unserer Träger reagieren zu können. Gerade weil sich unser Unternehmenssitz in einem ruhigen Ort befindet, ist es entscheidend, dass wir immer wieder eigene Veränderungsakzente setzen. Werden Sie neue Wege bei den Produkten einschlagen, vielleicht den Workwear Bereich ausbauen? Möglich sind ja auch Unternehmenszukäufe... van Elten: Es heißt ja immer: „Schuster, bleib bei deinem Leisten.“ Und genau das werden wir tun. Seit 1910 sind wir Produrum, „irgendwo“ zu wachsen, sondern dort, wo unsere Expertise, unsere Marke und unser Service tatsächlich etwas bewirken. Unternehmenszukäufe sind in diesem Zusammenhang kein Selbstzweck. Wenn es einmal eine Gelegenheit geben sollte, die strategisch sinnvoll ist – sei es technologisch, marktseitig oder geografisch –, dann würden wir uns damit beschäftigen. Entscheidend ist am Ende die Frage: Wo können wir Trägern mit unseren Schuhen Mehrwerte bieten? Wo können wir unseren Kunden Prozesse erleichtern, Risiken reduzieren oder neue Lösungen anbieten? Wenn wir diese Fragen konsequent stellen und ehrlich beantworten, dann werden sich auch die richtigen Wege ergeben – innerhalb unseres Leistungsportfolios, aber mit einem Blick nach vorn, der offen bleibt für neue Chancen. Hat man als neue Generation Ideen, die man – vielleicht sogar endlich? – umsetzen kann oder will? van Elten: Meine Vision ist es, Elten vom deutschen Marktführer zum europäischen und international agierenden Marktführer weiterzuentwickeln. Um der demografischen Entwicklung in unserem Kernmarkt zu begegnen, muss Elten den Fokus stärker auf internationale Märkte legen. Die Arbeit meines Vaters und des gesamten Teams hat dafür eine herausragende Grundlage gelegt. Es gibt sicherlich neue Ideen im Marketing oder bei den Produkten, die wir verfolgen wollen. Aber besonders sehe ich die Chance, das Bestehende weiterzuentwickeln. Werden Sie das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit intensivieren? Wenn ja: Wie? van Elten: Wir haben uns bereits vor einigen Jahren dazu entschieden, diesen Weg stärker
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