8 // TITELSTORY Patentierte Technologie Dabei setzt Uvex auf die eigens patentierte Tear Off-Technologie. Diese reduziert beim Uvex phynomic D X HV die Reißkräfte um 85 Prozent im Vergleich zu klassischen Schnittschutzhandschuhen mit Cut Level D. Gemessen wird dies mit einer Zugprüfmaschine, in die der Handschuh eingespannt wird. Dann werden so lange mehr und mehr Zugkräfte auf die Struktur ausgeübt, bis sie nachgibt. Die Handschuhfinger reißen schließlich gezielt ab und die Kräfte der Zugprüfmaschine greifen fortan ins Leere. Interessant ist dabei, dass definierte Abrisspunkte in Schutzhandschuhen bislang in keiner eigenen Norm beschrieben werden. Die zentrale Handschuhnorm EN 388 prüft Schnitt-, Stich-, Abrieb- und Reißfestigkeit – jedoch immer mit dem Ziel, möglichst hohe Widerstandswerte in der Handfläche zu ermitteln. Technologien, die bewusst an einer definierten Stelle nachgeben sollen, passen daher nicht ohne Weiteres in die bestehenden Prüfverfahren. Auch für Sicherheitsingenieurinnen und -ingenieure in den Betrieben ergibt sich daraus ein neuer Blickwinkel. Da der Schutzmechanismus nicht primär durch höhere Festigkeitswerte, sondern durch ein definiertes Nachgeben erreicht wird, spielt die Gefährdungsbeurteilung und die Rücksprache mit der Berufsgenossenschaft eine noch größere Beim Einsatz rotierender Werkzeuge waren Handschuhe bislang ein Risiko, mit den neuen von Uvex mit „integrierter Sollbruchstelle“ ist das nun Geschichte. // Fotos (3): Uvex Die Inspiration kommt, wie so oft, wenn es um Technologien geht, aus der Natur: Pflanzen haben Sollbruchstellen, die es ihnen ermöglichen, nicht länger benötigte Blätter abzuwerfen, Geweihe von Wildtieren brechen im Winter stets an definierten Stellen und Eidechsen können bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen, um Beutegreifer abzulenken. Inspiration aus der Natur Das bedeutet: Bei zu viel Zug gibt die Struktur nach und die Handschuhfinger reißen ab. So wird bei Arbeiten mit handgeführten Schraubern oder drehenden Teilen verhindert, dass sich der ganze Handschuh in das Werkzeug eindreht – und die Verletzungsgefahr sinkt erheblich. Besonders bei der Montage von scharfkantigen Teilen bietet der Handschuh somit doppelten Schutz: Das textile Material aus High Performance Polyethylene (HPPE) und Stahl sorgt für erstklassigen Schnittschutz und die im Notfall abreißenden Handschuhfinger für maximale Sicherheit beim Umgang mit drehenden Werkzeugen. Rolle. Sie muss präzise bewerten, ob der Einsatz adaptiver Sicherheitstechnik im jeweiligen Prozess sinnvoll ist. Paradigmenwechsel im Arbeitsschutz Sollbruchstellen im Arbeitsschutz sind durchaus eine kleine Revolution, mindestens mal ein Paradigmenwechsel. In der Persönlichen Schutzausrüstung galt lange die einfache Gleichung: Je robuster ein Produkt, desto höher der Schutz. Moderne Sicherheitstechnik zeigt jedoch, dass dieses lineare Denken zu kurz greift. Richtig eingesetzt sind Bruchstellen eben keine Schwäche, vielmehr eine Stärke. Das Material gibt nicht trotz seiner Qualität nach, sondern wegen seiner Qualität. Und PSA wird somit smarter, passt sich geschmeidiger an die Arbeitsrealitäten an, was natürlich jedem Anwender und jeder Anwenderin zugutekommt: Dort wo sie zuvor keine Handschuhe tragen durften und potenziell Verletzungen durch Schürfwunden oder Schnitte ausgesetzt waren, ist das nun möglich. Suse Petersen, Product Manager bei Uvex Safety Gloves, bezeichnet den phynomic D X HV mit der patentierten Tear Off-Technologie darum als „absoluten Gamechanger“. Weil er „die Gefahr von Handverletzungen an sich drehenden Teilen effektiv reduziert und gleichzeitig vor Schnittverletzungen durch scharfkantige Bauteile schützt.” Die NBR-Imprägnierung ist besonders atmungsaktiv. Und das made in Germany, alles mit Schnittschutzlevel D.“ So sei man „doppelt geschützt.“ Das Modell phynomic D X HV ist das zweite im Sortiment von Uvex mit diesem integrierten Notausgang und das erste, dass Schnittschutz dieser Güte liefert. Schon etwas länger gibt es den bewährten Montagehandschuh Uvex phynomic x-foam HV, der ebenfalls mit der Tear Off-Technologie ausgestattet ist. Er eignet sich optimal für Tätigkeiten, bei denen Feingefühl gefordert ist, weil er wie eine zweite Haut sitzt und besonders leicht und flexibel ist – ohne dass die Hände gleich schwitzig werden. Nah an der Industrie Endstanden ist das Produkt einst in enger Abstimmung mit einem großen Kunden, dessen Mitarbeitende in der Montage viel mit Handschraubern hantieren. Die Fähigkeit, gezielt auf die Bedürfnisse von Kunden einzugehen und somit echte Problemlöser zu entwickeln,
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