// 1 AUSGABE 4 2026 MAI Top-Thema: Sicherer Umgang mit Werkstoffen Inspirationen für die eigene Sicherheit gab es bei Piel Special: 3 Jahre #nicht ganz ungefährlich TITELSTORY: GESUNDHEIT UND SICHERHEIT IM WANDEL
2 // kapriol.com kapriol DUNE STONE DUNE ROCK DUNE ROCK ATOP FASTENING SYSTEM NHP ultra rebound technology The evolution for maximum elasticity, cushioning and lightness WE HAVE A HIGHER LEVEL OF COMFORT AND SAFETY FOR YOUR WORK DISCOVER MORE Vertriebspartner in Deutschland: Heronic AG Tel. 0172-3996864 email: kapriol@heronic.co
// 3 ED I TOR I AL Ein solches „unverhofft kommt oft“ widerfährt sicher jeder und jedem in seinem Alltag. Meistens ist eine dieses „Unverhofft“ nicht sonderlich dramatisch, aber manchmal, wenn der perfekt ausgeklügelte Plan plötzlich platzt wie ein zu prall aufgeblasener Luftballon, treibt „Unverhofft“ doch Schweißperlen auf die Stirn oder sorgt für hektisches Treiben und vielleicht Überstunden. Aber es ist in der Regel nichts Existentielles, wenn ein Paket etwas später eintrifft, jemand sich wegen eines Staus etwas verspätet oder ein Magazin zwei, drei Stunden später gedruckt wird. Etwas anders schaut das bei der Arbeitssicherheit aus. Sind Sie alle hier gewappnet, wenn unverhoffte Ereignisse eintreten? Denn das sind in der Regel die Auslöser für Arbeitsunfälle. Haben Sie oder Ihre Mitarbeiter rutschfeste Schuhe, um auch auf rutschigem Geläuf sicher zu gehen und zu stehen? Gibt es dank einer soliden Gefährdungsbeurteilung und den entsprechend im Vorfeld getroffenen Maßnahmen einen Rettungsplan, wenn ein Mitarbeiter im engen Raum das Bewusstsein verliert? Natürlich gibt es nirgendwo eine 100-prozentige Sicherheit, ein Unfall kann jederzeit ganz unverhofft auftreten. Aber genau davor kann man sich und seine Mitarbeiter wappnen. Das beginnt mit soliden Gefährdungsbeurteilungen, natürlich inklusive eines Rettungsplans, Schulungen, Unterweisungen und zu guter Letzt schützt auch eine passende und wertige Ausrüstung, sowohl was das Arbeitsgerät als auch die Arbeits- und Schutzkleidung betrifft. Dann sollte es keine Schweißperlen auf die Stirn treiben, wenn wieder einmal ein unverhofftes Ereignis eintritt. Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter schützen können, darüber berichten in der Ihnen nun vorliegenden Ausgabe von Arbeitsschutz - aber sicher! in vielen informativen Beiträge, zu denen ich Ihnen nun viel Lesevergnügen wünsche. Bleiben Sie gesund, Ihr Liebe Leserinnen und Leser, da ist alles bestens geplant, das Zeitfenster für ein anstehendes Projekt ist perfekt austariert mit ausreichend Spiel, wenn es irgendwo eine kleine Verzögerung gibt. Alles kann erledigt und bearbeitet werden, ohne dass bei irgendeinem Mitstreiter Stress oder Hektik aufkommen. Und dann grätscht irgendwas oder irgendwer dazwischen, ein Ereignis, eine unerwartete Veränderung wirft den ganzen schönen Plan über den Haufen. Natürlich gibt es nirgendwo eine 100-prozentige Sicherheit, ein Unfall kann jederzeit ganz unverhofft auftreten. // Foto: Camillo F. Kluge UNVERHOFFT KOMMT OFT Camillo F. Kluge
4 // INHALT INHALT AUSGABE 4 // 2026 MAI // 3 Editorial // 6 Titelstory: Von Leder zu Hightech: Gesundheit und Sicherheit bei Ejendals im Wandel // 10 Kurz notiert Top-Thema: „Sicherer Umgang mit Werkstoffen“ // 16 Asecos empfiehlt, Schadstoffe direkt an der Quelle zu erfassen // 18 Über das versteckte Risiko geogener Asbest berichtet das CBR-Prüflabor // 20 Ein Verständnis der Risiken für wirksamen Schutz hat Asatex // 21 Auf zuverlässigen Grip für sicheres Arbeiten setzt Blåkläder // 22 Zuverlässige Leistung der neuen Schweißhelme von Bollé Safety // 24 Schutz, Flexibilität und Komfort stehen bei 3M im Fokus // 25 Passende Visiere von KASK schützen Gesicht und Augen // 26 Dustlight warnt bei kritischer Feinstaubbelastung // 28 Nur gut sitzender Atemschutz wirkt zuverlässig betont Medicom // 29 Hengst bietet Atem- und Augenschutz in komfortabler Kombination // 30 Handschutz muss zur Anwendung passen erinnert Wonder Grip Persönliche Schutzausrüstung // 32 Qualität, Innovation und Verlässlichkeit: Kübler wird 70 Jahre alt // 34 Kultiges Design kombiniert Elten mit moderner Sicherheit // 35 Eine neue Kollektion für leichte Arbeiten präsentiert Safety Jogger Works // 36 Fristads ist den letzten Entwicklungsschritt gegangen // 37 Bei BP – Bierbaum-Proenen lässt sich Sichtbarkeit nachrüsten // 38 Mit der neuen Linie von Puma Safety in jedem Gelände souverän unterwegs // 42 // Fotos: Dietmar Bleck, Ejendals, Camillo F. Kluge // 60
// 5 Folgen Sie uns auf: // 6 INHALT Fachhandel und Dienstleistungen // 60 Inspirationen für die eigene Sicherheit gab es beim Fachhändler Piel // 62 Nordwest gelingt positive Ausweitung des Partnerkreises // 64 Die BG Bau zur neuen Regelung mit den Sicherheitsbeauftragten // 65 Firmenverzeichnis // 66 Vorschau / Impressum // 39 Norman Checker // 40 Veranstaltungskalender SPECIAL: 42 - 52 3 Jahre Podcast ‒ 3 Jahre #nicht ganz ungefährlich Höhen- und Absturzsicherung // 54 Höhenpass bietet Unterstützung rund um die Prämie für Absturzsicherungen // 55 Der Simon warnt: Halbwissen bei Absturzsicherung nicht ausreichend Betriebs- und Baustellensicherheit // 56 Isorocket zu in der Norm geforderten permanenten Ankerpunkten // 57 Der Baustellen Coach Aber ich bin doch eine Frau! NEU IM MARKT Seite // 58 - 59 www.lux-top.com STAY SAFE! Wir sind einer der führenden Hersteller von Absturzsicherungs- systemen in Europa und bieten perfekt durchdachte Systemlösungen. DER SPEZIALIST FÜR ABSTURZSICHERUNGEN
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// 7 Als Samuel Enqvist 1985 bei Ejendals einstieg, war das Unternehmen ein kleiner Anbieter im Bereich Arbeitsschutz mit rund 6 Millionen Euro Jahresumsatz und etwa 20 Mitarbeitenden – heute erwirtschaftet Ejendals rund 200 Millionen Euro mit etwa 450 Beschäftigten. Enqvist gilt als „Urgestein“ bei Ejendals und quasi als „Chronist“, weil der die Firmenentwicklung seit über 40 Jahren kennt und sein Berufsleben dem Arbeitsschutz verschrieben hat. „Ich bin ein glücklicher Mensch“, sagt er rückblickend, „dem bereits 1985 die Chance geboten wurde, bei Ejendals zu arbeiten.“ Seine erste Position war die eines Produktmanagers für Schuhe, es folgten Stationen als Vertriebsleiter, Marketingleiter und Vertriebsdirektor. Damals wurde in den gleichen Räumen kommissioniert und verpackt, die heute als Pausenraum dienen; die Wege waren kurz, der Austausch direkt, die Atmosphäre geprägt von gemeinsamer Kaffeepause an einem Tisch und einem stark verkaufsorientierten Teamgeist. „Schon damals herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre“, erinnert sich Enqvist. Alle Mitarbeiter waren sehr engagiert und extrem verkaufsorientiert.“ V om unmarkierten Lederhandschuh zum vernetzten Sicherheitskonzept: Ejendals hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Handschuhe und Schuhe weiterentwickelt, sondern die Arbeitssicherheit in Europa maßgeblich geprägt. Heute steht das Unternehmen für Hightech-Materialien, ergonomische Gesamtlösungen und eine klare Vision: Null Verletzungen an Händen und Füßen – nachhaltig, zukunftsorientiert und mit starken Wurzeln in der Tradition. Diese familiäre, werteorientierte Kultur ist für ihn bis heute eines der Markenzeichen von Ejendals – ebenso wie der Anspruch, Produkte konsequent besser zu machen als der Marktstandard. Bereits in den 1980er-Jahren setzte das Unternehmen auf Materialien höherer Qualität und akzeptierte bewusst etwas höhere Preise, weil Handschuhe und Schuhe länger halten und die Anwender spürbar besser schützen sollten. Als Handschuhe noch „Verbrauchsmaterial“ waren In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Arbeitshandschuhe in vielen Betrieben eher als Wegwerfartikel betrachtet – sie unterlagen einem natürlichen Verschleiß und galten nicht als strategischer Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Das erschwerte jede Diskussion über höhere Qualitätsstandards oder einen angemessenen Preis, denn Sicherheit und Lebensdauer spielten im Einkauf vielfach nur eine untergeordnete Rolle. „Arbeitshandschuhe wurden eher als Verbrauchsartikel und weniger als fester Bestandteil des PSA-Sortiments gesehen“, so Enqvist. „Das machte es schwierig, sowohl den Preis als auch das Qualitätsniveau anzuheben.“ Was sich im Laufe der Jahrzehnte nicht verändert hat, ist die Sorgfalt, mit der die Materialien ‒ hier von Produktmanager Anders Näs und Designerin Anna Hedvall ‒ für die Handschuhe ausgewählt werden. // Foto: Ejendals TITELSTORY VON LEDER ZU HIGHTECH: GESUNDHEIT UND SICHERHEIT IM WANDEL
8 // TITELSTORY hohen Preis“, gibt Enqvist schmunzelnd zu. „Aber wir lagen falsch.“ Der Markt strafte die Zweifeler Lügen: Der 8127 wurde zum millionenfach verkauften Bestseller und das Erfolgsmodell schließlich von zahlreichen Wettbewerbern kopiert. Für Enqvist ist der 8127 bis heute mehr als nur ein Produkt: er ist eine Blaupause dafür, wie konsequentes Qualitätsdenken und Mut zur Differenzierung einen ganzen Markt verändern können – und ein Beispiel für das „hervorragende Gespür“, das Ejendals für Produktentwicklung hatte. Marken, die schützen Ejendals war in den nordischen Ländern einer der ersten Handschuhhersteller, der seine Produkte konsequent als Marke positionierte – ein wichtiger Schritt weg vom anonymen Verbrauchsmaterial hin zur bewusst gewählten Schutzlösung. Der Name Tegera wurde in einem lateinischen Wörterbuch gefunden und bedeutet sinngemäß „schützen“ oder „sich kümmern“, während Jalas auf die finnische Gemeinde Jalasjärvi verweist, den Standort der Schuhfabrik. Die Geschichte von Jalas beginnt 1916 im finnischen Dorf Jokipii, wo zunächst eine kleine Gerberei und Schuhfertigung entstand, aus der sich über Jahrzehnte eine Marke mit starkem handwerklichem Erbe entwickelte. Noch heute befinden sich in Jokipii Design, Entwicklung, ein modernes Testlabor und ein Großteil der Produktion, sodass technologische Innovation, Materialkompetenz und Qualitätskontrolle eng verzahnt sind. Jalas Sicherheitsschuhe, -stiefel und -sandalen stehen daher bis heute für hohe Ergonomie, präzise Passform und zuverlässigen Schutz – Eigenschaften, die im Laufe von mehr als hundert Jahren konsequent weiterentwickelt wurden. Diese Marken stehen heute für umfassende Kollektionen: Tegera für spezialisierte Handschutzlösungen, darunter serielle Innovationen wie die Tegera Pro Reihe oder extrem dünne Schnittschutzhandschuhe, Jalas für Sicherheitsschuhe mit hoher Ergonomie, Dämpfung und präziser Passform. Ein Meilenstein war für Enqvist die Einführung von Tegera Pro im Jahr 2004: „Eine umfangreiche Handschuhserie, die robuster, sicherer und weicher war als alles andere, was damals auf dem Markt erhältlich war.“ Tegera Pro ist bis heute ein zentraler Baustein im Handschuhgeschäft. Von der Werkbank zur digitalen Fertigung Die Entwicklung der Produktpalette spiegelt gesellschaftliche und industrielle Veränderungen deutlich wider. Der starke Zuwachs bei „Knit & Dipped“-Handschuhen ist ein Beispiel dafür, wie sich das Sortiment an neue Produktionsprozesse angepasst hat – weg von überwiegend handwerklichen Tätigkeiten hin zu Aufgaben als Maschinenführer oder Anlagenbediener. Gleichzeitig wurden touchscreenfähige Handschuhe etabliert, weil Displays und mobile Endgeräte heute fester Bestandteil vieler Arbeitsplätze sind. „Das enorme Wachstum bei den ,Knit & Dipped’-Handschuhen zeigt sehr gut, wie wir unser Sortiment an neue Produktions- prozesse angepasst haben“, sagt Enqvist. Handschuhe, die früher vor allem vor mechanischen Risiken schützten, müssen heute zusätzlich feinmotorische Arbeiten, digitale Steuerung und häufige Interaktionen mit Bildschirmen ermöglichen – ohne Kompromisse beim Schutz. Ergothan, Membranen und Hightech-Dämpfung Als Ejendals Anfang der 1990er-Jahre damit begann, den Vorläufer des heutigen Ergothan-Konzepts – das stoßdämpfende Material Poron XRD – in Jalas-Schuhen einzusetzen, markierte dies einen Wendepunkt in der Produktentwicklung. Viele Anforderungen an Arbeitsschuhe ähneln denen an Sportschuhe, etwa in Bezug auf Dämpfung, Stabilität und Gewichtsverteilung – diese Erkenntnis wurde konsequent genutzt. Zeitgleich hielt Membrantechnologie Einzug in den Fußschutz: Erste Modelle wurden wasserdicht hergestellt, ohne die Atmungsaktivität zu opfern, später folgten Varianten mit bewährten Systemen wie Gore-Tex. „Bereits in den 1990er Jahren begannen wir, Membranen zu verwenden, um einige Modelle von Jalas-Schuhen wasserdicht zu machen, aber gleichzeitig die Feuchtigkeit aus dem Inneren der Schuhe nach außen zu leiten“, beschreibt Enqvist. Arbeitsschuhe wurden damit zu echten Hightech-Produkten, die auch bei langen Schichten und widrigen Bedingungen trockene Füße, ein stabiles Fußklima und eine deutliche Reduktion von Belastungsbeschwerden ermöglichen. Expansion mit Wertebasis 2004 begann Ejendals, sich von einem rein schwedischen Anbieter zu einem internationalen Akteur zu entwickeln. Den Auftakt bildete der norwegische Markt, der bereits im ersten Jahr rund 3 Millionen Euro Umsatz beisteuerte, gefolgt von Dänemark, Deutschland, Polen und den Benelux-Ländern. „Auf jeden Fall erinnere ich mich daran“, sagt Enqvist. „Das lag in meiner Verantwortung als Exportmanager, und deshalb bin ich so beeindruckt von unserer heutigen Situation mit Umsatz und Ejendals-Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern.“ Die Expansion erfolgte bewusst schrittweise: Mit jedem neuen Markt kamen Vertriebs- ... ist seit mehr als 40 Jahren im Unternehmen und hat die Entwicklung vom kleinen Hersteller, der vorrangig in Schweden seine Produkte vertrieb, zum heutigen globalen Unternehmen hautnah miterlebt und mitgestaltet. Samuel Enquist Hinzu kam: Mehr oder weniger alle Hersteller boten dieselben Modelle an, meist ohne Markennamen und ohne klar erkennbare Herkunft. Für Kunden war es kaum möglich zu unterscheiden, aus welchem Haus ihre Handschuhe stammten – und entsprechend gering war das Bewusstsein dafür, dass Qualität, Passform und Tragekomfort erheblich variieren können. Ejendals ging bewusst einen anderen Weg und forderte von der Fertigung Materialien mit etwas höherer Qualität – mit dem Ziel, Handschuhe und Schuhe zu liefern, die länger halten und angenehmer zu tragen sind. Ein „Hochzeitshandschuh“ wird zur Ikone Vor der Einführung des heute legendären Modells 8127 dominierte in vielen Branchen – insbesondere in der Automobilindustrie – der einfache Textilhandschuh oder Fäustling: minderwertige Qualität, schlechte Nähte, miserable Passform und genau zwei Größen („Damen“ und „Herren“). Früh erkannte man bei Ejendals, dass damit weder Präzision noch Komfort oder nachhaltiger Schutz zu erreichen waren, und entwickelte den 8127 als radikalen Gegenentwurf. Der Handschuh wurde aus einem glatten Material mit Vinylnoppen für sicheren Griff gefertigt, in vier Größen angeboten und zeichnete sich durch eine für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Verarbeitung aus. „Wir im Vertriebsteam waren sehr zögerlich und dachten, der Handschuh sähe aus wie ein Hochzeitshandschuh mit einem
// 9 TITELSTORY den Anbieter im Bereich Hand- und Fußschutz zu sein, konsequent weiterverfolgt. „Dass Ejendals bei Produktinnovationen, Marketing, Vertriebsfokus und höchster Lieferpräzision an vorderster Front steht – all das ist ein Erbe von Per-Olof, und wir halten es stets aufrecht und darauf sind wir alle stolz“, sagt Enqvist. Für die nächsten Jahre sieht er die logische Weiterentwicklung der Arbeitssicherheit in einer noch stärkeren Verzahnung von Technologie, Daten und menschlicher Verantwortung – von neuen Materialien über ergonomische Designs bis hin zu systematischen Sicherheitskonzepten, die Unternehmen ganzheitlich begleiten. Die Geschichte von Ejendals zeigt, wie aus einem Familienunternehmen ein internationaler Anbieter werden kann, der Tradition, Werte und Innovation verbindet – und dabei eine klare Vision verfolgt: „Null Verletzungen an Händen und Füßen“ als gelebte Realität, nicht nur als Zielbild. In den Räumen, die heute als Pausenraum dienen, wurde vor rund 40 Jahren noch eifrig kommissioniert und verpackt. // Fotos (3): Ejendals Tradition, Innovation und der Blick nach vorn Der Einfluss von Persönlichkeiten wie Per-Olof Ejendal auf die Unternehmenskultur ist bis heute spürbar: Innovationsfreude, scharfsinniges Marketing, konsequenter Vertrieb und hohe Lieferpräzision gelten intern als gelebtes Erbe. Der Ursprung dieses Weges liegt im Jahr 1949, als Valfrid Ejendal in Leksand den Grundstein für das Unternehmen legte und den Fokus von Beginn an auf hochwertigen Hand- und Fußschutz setzte. Sein Sohn Per-Olof entwickelte Ejendals später zu einem international sichtbaren Anbieter weiter, trieb Produktinnovationen energisch voran und verband unternehmerischen Mut mit einem klaren Bekenntnis zu Sicherheit und Verantwortung – Eigenschaften, für die er intern wie extern als visionärer Treiber gilt. Heute setzt die dritte Generation mit Marcus Ejendal als Eigentümer und Verwaltungsratsvorsitzendem diesen Kurs fort, indem sie die Wachstumsstrategie, die internationale Expansion und den Anspruch, einer der führenmitarbeitende vor Ort hinzu, flankiert von mehrsprachigen Kundenservice-Teams im schwedischen Leksand. So wuchs das Unternehmen international, ohne seine familiäre Kultur und die Nähe zum Kunden aufzugeben – ein Ansatz, der auch in Krisenzeiten, etwa während der Pandemie, trug. Wie viele andere Unternehmen war auch Ejendals von Lieferkettenproblemen betroffen. Dank der Unternehmensphilosophie und großer Sicher- heitsbestände konnten Kunden dennoch vergleichsweise zuverlässig versorgt werden. Sicherheit als Philosophie – nicht nur als Produkt Die Vision „Null Verletzungen an Händen und Füßen“ ist bei Ejendals nicht allein ein Marketingversprechen, sondern die Klammer für ein ganzheitliches Sicherheitskonzept. Um die Jahrtausendwende begann das Unternehmen, sein Angebot systematisch um Dienstleistungen zu erweitern: Sicherheitsbewertungen beim Kunden, praxisorientierte Schulungen in den Ejendals-Akademien und Beratung zu Produktauswahl, Tragezeit und Wirtschaftlichkeit. „Das hat sich nach und nach entwickelt“, erklärt Enqvist. „Wir begannen bewusster, ein umfassenderes Dienstleistungspaket anzubieten, das über reine Produkte hinausging.“ Dieser Ansatz verändert auch die Wahrnehmung von Arbeitssicherheit: weg vom „notwendigen Übel“ hin zu einem Ausdruck von Professionalität, Fürsorge und moderner Unternehmenskultur. Für junge Mitarbeitende hat Enqvist einen klaren Rat: Sicherheit ernst nehmen, Verantwortung übernehmen und nicht darauf vertrauen, dass andere schon aufpassen werden. Langlebigkeit statt Wegwerfmentalität Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung spielen in der Produktentwicklung heute eine zentrale Rolle. Ejendals verfolgt zwei komplementäre Wege: Einerseits werden Produkte aus nachhaltigen Materialien entwickelt, andererseits setzt das Unternehmen konsequent auf hohe Qualität und Lebensdauer, um den Verbrauch insgesamt zu senken. „Produkte anzubieten, die zur Verringerung des globalen CO2-Fußabdrucks beitragen, steht heute außer Frage“, sagt Enqvist. „Das kann durch nachhaltige Materialien geschehen oder durch Produkte mit langer Lebensdauer.“ Nahezu alle Tegera-Handschuhe und JalasProdukte erfüllen anspruchsvolle Standards und sind frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen. Hinzu kommt ein klarer Fokus auf Produktnachhaltigkeit, etwa durch recycelte Materialien und ressourcenschonende Fertigung, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Langlebigkeit bleibt dabei ein Kernprinzip – auch als Gegenmodell zur Wegwerfmentalität. Alle Schuhe werden abschließend im Rahmen des Qualitätsmanagements sorgfältig kontrolliert.
10 // KURZ NOTIERT KURZ NOTIERT Erfolgreiche ECM-Zertifizierung // Foto: Kunze Die europaweit geltenden Anforderungen an die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und Zweiwege-Arbeitsbühnen werden von Kunze erfüllt. Das belegt die erfolgreiche ECM-Zertifizierung, die sicherstellt, dass alle Abläufe rund um Wartung, Prüfung und Sicherheit klar geregelt und überprüft sind. Es geht dabei nicht nur darum, dass Maschinen funktionieren – sondern dass im Hintergrund ein strukturiertes System existiert, das für Sicherheit und Zuverlässigkeit sorgt. Die ECM-Zertifizierung unterstreicht damit den Anspruch von Kunze, nicht nur leistungsfähige Technik bereitzustellen, sondern auch die dazugehörigen Prozesse auf einem hohen, geprüften Niveau abzubilden. Turnusgemäßer Wechsel Die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) hat auf ihrer Mitgliederversammlung Kai Schweppe (Foto) zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der Vorsitz der KAN wechselt in zweijährigem Turnus zwischen den Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und des Staates. Schweppe (Arbeitgeber; Unternehmer Baden-Württemberg) folgt auf Peer-Oliver Villwock (Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Staat), der ebenso wie Dr. Sebastian Schneider (Deutscher Gewerkschaftsbund; Arbeitnehmer) turnusmäßig den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden einnimmt. Erster Gründungspartner der neu gegründeten Handballgemeinschaft München (HGM) ist der bayerische Funktionsschuh- und -bekleidungsspezialist Haix. Das Unternehmen aus Mainburg begleitet damit von Beginn an eines der ambitioniertesten Projekte im deutschen Sport: den Aufbau einer nachhaltigen Gemeinschaft für Spitzenhandball der Frauen und Männer in der Sportmetropole München. Damit erweitert der Hersteller sein Engagement im Profisport, wo SV Darmstadt 98, die VfL Wolfsburg Frauen, der THW Kiel, der FC Bayern Basketball sowie regionale Vereine zu den Partnern zählen. Ambitioniertes Projekt // Foto: Haix Sicherheitsreihe mit Videos // Foto: IPAF Die International Powered Access Federation (IPAF) fördert den sicheren und effektiven Einsatz von Höhenzugangstechnik weltweit. Jetzt veröffentlichte die not-for-profit Organisation das dritte Video der Sicherheitsreihe „Share Your Story“, das auf realen Vorfällen basiert, die von Mitgliedern geteilt wurden. Indem tatsächliche Vorfälle nachgestellt werden, will die Initiative branchenweites Lernen und einen kulturellen Wandel fördern. Sie soll zu mehr Transparenz, Reflexion und Zusammenarbeit führen, um die Sicherheit im gesamten Bereich der Höhenzugangstechnik zu verbessern. // Foto: KAN Ehrenamtliche Mitarbeiter ausgerüstet // Foto: HB Protective Wear Den gemeinnützigen Verein Die Tafel hat jetzt HB Protective Wear unterstützt. Mit 436 Kleidungsstücken – überwiegend Bund- und Latzhosen in dunklen, unempfindlichen Farben mit und ohne Reflexstreifen, Kälteschutzhosen für Damen sowie Handschuhe und Parkas – werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützt. Eingesetzt werden die Jacken und Hosen in erster Linie von den Fahrern, die die Lebensmittelspenden transportieren, sowie von den Personen, die in den Kühllagern tätig sind. Die Bekleidung wurde dem Zentrallager der Tafel in Köln überreicht, von wo die Sachen auf die anderen Verteilstellen und Standorte verteilt werden.
// 11 Neue Fabrik eröffnet KURZ NOTIERT // Foto: Blåkläder Rund 98 Prozent der von Blåkläder verkauften Kleidungsstücke werden 2026 in den eigenen Fabriken des Workwear-Herstellers produziert. Ermöglicht wird das durch eine neue Fabrik in Bangladesch. Die neue Fabrik von Blåkläder, Gava, wurde 2025 in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, eröffnet und ermöglicht es dem Unternehmen, Strickwaren wie T-Shirts, Poloshirts und Unterwäsche selbst herzustellen. Bei voller Auslastung wird die neue Fabrik 2.400 Mitarbeiter beschäftigen. Allen Mitarbeitenden werden über dem Branchenniveau Arbeitssicherheit verlangt Wissen Seit über 40 Jahren erprobtes Schulungsmaterial Bringen Sie Ihre Schulungsunterlagen auf den neuesten Stand. Weitere Infos + Demoversionen unter: www.resch-verlag.com | info@resch-verlag.com | Telefon 089 85465-0 Einen Anstoß geben Wie lassen sich wirkungsvoll Anreize setzen, um zum sicheren Verhalten zu motivieren? Nudging – etwa: einen Anstoß geben – hilft, Menschen mit einfachen Mitteln dazu zu bewegen, gute Entscheidungen für ihre Sicherheit und Gesundheit zu treffen. Die neu aufgelegte Broschüre der BG Etem "Verhaltensbedingte Unfälle vermeiden – mit Nudging sicheres Verhalten einfacher machen" stellt Ansätze zur Verhaltensänderung illustrativ vor. Die Kurzbroschüre enthält praktische Hilfsmittel und ist direkt bei der BG Etem zu bekommen. // Foto: BG Etem liegende Löhne sowie Zugang zu medizinischer Versorgung durch regelmäßige Arztbesuche und eine Krankenschwester vor Ort garantiert. Akademie ins Leben gerufen Der Anbieter mobiler Straßensysteme, temporärer Stellflächen und Bodenschutzlösungen Vp TPA Mobile Straßen hat nun eine eigene Akademie ins Leben gerufen. Mit der TPA-Akademie hat Vp TPA als einer der ersten Anbieter von mobilen Straßen ein praxisnahes und individuell zugeschnittenes Ausbildungsprogramm geschaffen, das neue Fahrer und Montierende Schritt für Schritt an ihre Aufgaben heranführt. Das Herzstück der Ausbildung bildet ein klar strukturiertes 60-Tage-Programm, das auf einem Ausbildungsplan und einer Checkliste basiert. Das strukturierte Ausbildungsprogramm ist ein wichtiger Schritt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichzeitig die Standards in der Branche zu erhöhen. // Foto: Vp TPA
12 // KURZ NOTIERT KURZ NOTIERT Neue Geschäftsführung Unter der Leitung von Dr. Alexander Jurack (l.) entwickelte sich Korntex von dem 2007 gegründeten Start-up zu einer etablierten Marke mit klaren Qualitätsmaßstäben. Nun übernimmt Arne Kirchner (r.) die Geschäftsführung. Er tritt damit die operative Nachfolge von Jurack an, der das über fast zwei Jahrzehnte hinweg zu einem europaweit führenden Anbieter für zertifizierte Warnschutzkleidung ausgebaut hat. Mit Kirchner gewinnt Korntex eine erfahrene Führungspersönlichkeit, die fundierte Branchenkenntnisse mit innovativen Managementansätzen vereint. Kirchner sieht klare Potenziale in der Skalierung der Geschäftsabläufe, der Erschließung weiterer internationaler Märkte sowie der gezielten Sortimentserweiterung. Zuletzt war Kirchner Geschäftsführer bei Krähe Workwear. // Foto: Korntex Jetzt bewerben Die Bewerbungsphase für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2027 hat vor wenigen Wochen begonnen. Der branchenübergreifende Wettbewerb zeichnet herausragende Ideen, Projekte und Lösungen aus, die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz nachhaltig verbessern. In vier Kategorien werden jeweils 10.000 Euro Preisgeld vergeben. Ob kleines Unternehmen, großer Betrieb oder engagier- // Foto: Deutscher Arbeitsschutzpreis Kooperation mit der Wissenschaft Innovationen gezielt voranzutreiben und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis nachhaltig zu stärken, ist das erklärte Ziel einer Kooperation zwischen dem Spezialschuh-Ausstatter Abeba und der Universität des Saarlandes. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, in deren Rahmen Abeba gezielt auf Kooperationen mit Ausbildungs- und Brancheninstitutionen setzt. Besonders die Nutzung von KI und digitalen Technologien im Schuhbereich sowie nachhaltige Materialien und eine ergonomische Produktentwicklung stehen im Fokus. Durch die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Anwendung sollen zukunftsweisende Lösungen entstehen. // KI-generiertes Foto: Abeba // Foto: Gustav Daiber Ihren bestehenden Online-Konfigurator für Druck- und Stickaufträge hat Gustav Daiber jetzt um einen neuen Editor erweitert. Mit diesem leistungsstarken Gestaltungstool stärkt das Unternehmen gezielt die digitale Kundenschnittstelle. Damit geht der Corporate-FashionHersteller den nächsten Schritt in Richtung einer ganzheitlichen Full-Service-Plattform – von der schnellen Preisermittlung bis hin zur visuellen Gestaltung und KI-gestützten Visualisierung von Druck- und Stickveredelungen direkt im WebLeistungsstarkes Gestaltungstool te Einzelperson: Alle in Deutschland ansässigen Unternehmen aller Größen und Branchen können sich bewerben. Die wichtigsten Daten für eine Bewerbung: Bewerbungsschluss ist am 30. Juni 2026 – das Online-Bewerbungsformular gibt es unter www.deutscher-arbeitsschutzpreis.de – Preisverleihung findet am 21. April 2027 in Berlin statt. Menschenrechte einhalten Sein Bestreben, die Menschen hinter den Produkten sowie die Einhaltung ihrer Rechte und Ansprüche in den Vordergrund zu rücken, unterstreicht der Hersteller von Arbeits- und Schutzbekleidung Kübler mit dem Beitritt zur Fair Wear Foundation (FWF). Die FWF bietet als Organisation zur Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette einen unabhängigen, international anerkannten Rahmen, der auf dem acht Arbeitsnormen umfassenden „Code of Labour Practices“ basiert. shop. Zur besseren Orientierung steht Kunden zudem die neue Artikelkategorie „Gestaltbar“ zur Verfügung.
// 13 RED STRATOS ENERGY AT WORK.
14 // Im Umgang mit den unterschiedlichsten Werkstoffen im Bau- und Handwerksbereich ist darauf zu achten, dass verschiedene Materialien jeweils eigene Risiken mit sich bringen, auf die bereits vor Beginn der Arbeiten geachtet werden muss. Bei Holzarbeiten entstehen beispielsweise Staub und Splitter, weshalb Schutzbrille, Handschuhe und eine geeignete Absaugung wichtig sind. Metallbearbeitung kann Funkenflug, scharfe Kanten und hohe Temperaturen verursachen – hier sind hitzebeständige Schutzhandschuhe sowie Gehör- und Augenschutz unverzichtbar. Beim Arbeiten mit Kunststoffen oder beschichteten Materialien können gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen. Deshalb sollte stets auf ausreichende Belüftung oder geeignete Atemschutzmasken geachtet werden. Auch schwere Baustoffe wie Beton oder Naturstein bergen Gefahren durch Staubentwicklung, die AsbestGefahr und hohe körperliche Belastung. Das richtige Heben und Tragen sowie der Einsatz von Hebehilfen schützen vor Verletzungen und Überlastung. Neben der persönlichen Schutzausrüstung ist auch der sichere Umgang mit Maschinen entscheidend. Regelmäßige Wartung, scharfe Werkzeuge und das Einhalten von Sicherheitsvorschriften reduzieren Unfallrisiken erheblich. Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz tragen zusätzlich dazu bei, Stolperfallen und Gefahren zu vermeiden.
// 15 // Foto: Flex-Elektrowerkzeuge SICHERER UMGANG MIT WERKSTOFFEN
16 // TOP-THEMA In vielen Betrieben werden die Risiken von die Gesundheit belastenden Gasen, Dämpfen oder Partikeln im Arbeitsalltag unterschätzt, weil die Emissionen weder sichtbar noch unmittelbar spürbar sind. Gerade bei wiederkehrenden manuellen Tätigkeiten kann sich jedoch über die Zeit eine relevante Belastung aufbauen. Auch bei einer der traditionsreichsten deutschen Eisengießereien Düker in Karlstadt gehören solche Tätigkeiten zum Alltag – etwa im Bereich Kundenguss, in dem Modelle und Formen für individuelle Bauteile entstehen. Die dabei freigesetzten Emissionen sind oft nicht sichtbar, können jedoch Augen und Atemwege reizen und bei längerer Exposition gesundheitliche Folgen haben. Um die Belastung für die Beschäftigten zu begrenzen, setzt das Unternehmen auf technische Lösungen, die Emissionen direkt an der Entstehungsstelle erfassen. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Gefahrstoffarbeitsplatz (GAP) von Asecos, an dem sich entsprechende Tätigkeiten sicher in die bestehenden Abläufe integrieren lassen. Gezielte Kombination aus Zu- und Abluft Der GAP ist darauf ausgelegt, gesundheitsgefährdende Dämpfe durch die gezielte Kombination aus Zu- und Abluft sicher zurückzuhalten. Ergänzt wird das Lüftungskonzept durch einen Frischluftschleier an der Frontöffnung. Auf diese Weise entsteht eine kontrollierte Strömungssituation, die den Arbeitsbereich zuverlässig abschirmt. Gefährliche Dämpfe, die beim Mischen, Umfüllen oder Reinigen entstehen, werden direkt an der Quelle erfasst und zuverlässig an die Prallwand des GAP geführt. Dort angebrachte Ansaugschlitze leiten die Gefahrstoffe umgehend in das Abluftsystem. Entscheidend ist dabei die strömungstechnische Auslegung: Nur wenn Luftführung, Erfassungsgeschwindigkeit und Abluftleistung aufeinander abgestimmt sind, lässt sich ein kontrollierter Abtransport gewährleisten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Emissionen in den Arbeitsraum zurückströmen. Der GAP unterstützt so die Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte und verhindert, dass sich gefährliche, explosionsfähige Gas-LuftGemische bilden. Gleichzeitig trägt er dazu bei, die Hintergrundbelastung in der Raumluft insgesamt zu senken, da Schadstoffe gar nicht erst in den Arbeitsraum gelangen. Mitarbeiter werden auf diese Weise zuverlässig geschützt. Geprüft und bestätigt wurde die lufttechnische Wirksamkeit nach DIN EN 14175 Teil 3. Zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes Wie Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern systematisch einzuordnen sind, verdeutlicht das sogenannte STOP-Prinzip. Es beschreibt eine Rangfolge im Arbeitsschutz. Jeder Buchstabe steht dabei für eine konkrete Handlungsaufforderung – beginnend mit S für Substitution. Zunächst wird geprüft, ob eingesetzte Gefahrstoffe durch weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden können. Ist das nicht möglich, kommen technische Lösungen (T) zum Einsatz – dazu zählt auch der GAP. Es folgen organisatorische Schutzmaßnahmen (O), wie die Arbeitsplatzrotation, sowie personenbezogene Maßnahmen (P), wie das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung. Das STOP-Prinzip ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes und stellt sicher, dass Schutzmaßnahmen nach ihrer Wirksamkeit priorisiert werden. In der Praxis nehmen technische Lösungen eine Schlüsselrolle ein, da sie unabhängig vom Verhalten der Beschäftigten wirken. Düker fertigt sowohl Serienprodukte als auch kundenspezifische Bauteile, unter anderem für den Maschinen- und Anlagenbau. In der Produktion kommen klassische Gießereiverfahren zum Einsatz: Metallschrott wird bei rund 1.400 Grad Celsius geschmolzen und anschließend in Formen aus speziell gefestigter Sandmasse gegossen. So entstehen unterschiedliche Formstücke, beispielsweise Armaturen und Produkte für die Abflusstechnik. Daneben hat sich der Bereich Kundenguss etabliert, in dem individuelle Gusseisenteile nach Kundenanforderung produziert werden. Dämpfe werden beim Verarbeiten freigesetzt Im Kundenguss werden Modelle und Negativformen für die spätere Fertigung hergestellt. Diese Arbeiten finden in einer vorgelagerten Halle statt. Dabei kommen unter anderem Epoxidharze und Härter zum Einsatz, die beim Verarbeiten Dämpfe freisetzen. Ohne die Absaugung durch den GAP wäre das ein gesundheitsgefährdendes und schädliches Unterfangen. SCHADSTOFFE DIREKT AN DER QUELLE ERFASSEN Beim Bearbeiten von Holz oder Metall, bei Reinigungs- und Umfüllarbeiten oder beim Mischen und Verkleben unterschiedlicher Substanzen entstehen in vielen Unternehmen oft unbemerkt Gase, Dämpfe und feine Partikel, die die Gesundheit belasten können. Wie technische Lösungen, wie sie Asecos anbietet, Emissionen direkt am Arbeitsplatz erfassen und den Gesundheitsschutz verbessern, schildert dieses Praxisbeispiel aus einer Gießerei.
// 17 TOP-THEMA Die entsprechenden Arbeitsschritte erfolgen daher direkt am Gefahrstoffarbeitsplatz. Dort werden die Komponenten im vorgegebenen Verhältnis gemischt und weiterverarbeitet. Die entstehenden Emissionen werden unmittelbar erfasst und abgeführt, sodass die Belastung für die Beschäftigten deutlich sinkt. Gleichzeitig bleiben die Arbeitsabläufe flexibel. Früher wurden risikobehaftete Tätigkeiten in einem separaten Raum mit zentraler Absauganlage durchgeführt. Dies erwies sich jedoch als zu aufwendig, da der gesundheitsgefährdende Anteil an der Gesamttätigkeit der Modellbauer verhältnismäßig gering ist – auch in Bezug auf den erforderlichen Platz. Die Integration des GAPs in den bestehenden Arbeitsbereich ermöglicht einen kontinuierlichen Gesundheitsschutz und bringt gleichzeitig einen erheblichen Kostenvorteil mit sich. Individuelle Konfiguration Um unterschiedlichen Branchen und Einsatzbereichen gerecht zu werden, lässt sich der GAP individuell konfigurieren. Er ist in verschiedenen Größen erhältlich und kann auf Wunsch sogar bis zu einer Länge von 5,4 Metern ausgeführt werden. Bei Düker wurde der GAP exakt auf die Anforderungen vor Ort abgestimmt. Damit die bis zu 650 x 850 mm großen Modellplatten bequem in den GAP hineinpassen, brauchte man eine entsprechende Arbeitsplatte mit Sondermaß in der Tiefe. Sie wurde ergänzt durch eine Mischwanne mit Ablauf zum Anrühren des Kunststoffharzes. Auch die Arbeitsflächenmaterialien variieren – von melaminharzbeschichtetem Werkstoff über Edelstahl bis hin zu technischer Keramik. Flexibel sind ebenfalls die Seitenscheiben, die entweder transparent oder opak gewählt werden können. Zusätzliche Elemente, wie Steckdosen und Medienanschlüsse, lassen sich ebenfalls ergänzen. Bei Bedarf kann der GAP außerdem ohne integrierte Arbeitsfläche auf bereits vorhandene Tische oder Werkbänke aufgesetzt werden. Dank dieser Anpassungsmöglichkeiten und des Verzichts auf einen Frontschieber, ist jederzeit ein freies, ergonomisches Arbeiten möglich. Entscheidend ist, dass sich Arbeitsschutzlösungen in bestehende Prozesse integrieren lassen. Gelingt dies, steigt die Akzeptanz im Arbeitsalltag – und Schutzmaßnahmen werden konsequent genutzt. Das Beispiel aus Karlstadt zeigt, dass sich auf diese Weise nicht nur der Umgang mit Gefahrstoffen wirksam verbessern lässt, sondern auch Ar- beitsabläufe effizient organisiert bleiben. Die Grafik erläutert das Lüftungsschema des GAP von Asecos. // Grafik: Asecos Mitarbeiter mischt Stoffe im Gefahrstoffarbeitsplatz – Emissionen werden direkt erfasst. // Fotos (2): Asecos / Düker Bei Düker finden potenziell gesundheits- gefährdende Tätigkeiten am Gefahrstoffarbeitsplatz der Firma Asecos statt.
18 // TOP-THEMA Herr Dr. Pierdzig, erklären Sie bitte den Unterschied zwischen geogenem und technischen Asbest. Dr. Stefan Pierdzig: Geogener Asbest bezeichnet Asbestminerale, die ungewollt und häufig unbemerkt über mineralische Rohstoffe in Baustoffe gelangen. Er ist natürlicher Bestandteil unterschiedlicher Gesteine wie Basalt, Diabas, Gabbro, Serpentinit oder Amphibolit. Kalkmehl aus „unreinen“ silikatischen Marmoren enthält häufig Tremolit. Da Kalkmehl als Füllstoff in der Papierindustrie oder als Zuschlagsstoff für die Herstellung von Putzen, Spachtelmassen und Farben Einsatz findet, gelangt Tremolit in alle möglichen Materialien. Auch technischer Asbest stammt aus natürlich entstandenen Lagerstätten. Er wird in manchen Ländern sogar heute noch gezielt abgebaut und gewollt in Produkten eingesetzt. Aufgrund seiner Hitze-, Chemikalien- und Verschleißbeständigkeit kam er hierzulande bis in die 1990er Jahre unter anderem in Asbestzement, Dämmstoffen, Dichtungen oder Bremsbelägen zum Einsatz. Gibt es Unterschiede zwischen geogenem und technischen Asbest bezüglich der Gesundheitsschädlichkeit? Pierdzig: Es gibt keine belastbaren medizinischen Hinweise auf Unterschiede in der Toxizität von geogenem und technischem Asbest, also auch keine Unterscheidung in guten oder bösen Asbest. Entscheidend für das Risiko ist nicht die Herkunft der Fasern, sondern die Möglichkeit, sie einzuatmen. Sobald in Arbeitsprozessen Asbestfasern freigesetzt werden können, gelten die gleichen In Deutschland gilt seit 1993 ein Verbot für den Einsatz asbesthaltiger Materialien. Doch auch heute noch kann der sogenannte geogene Asbest aus natürlichen Gesteinen unterschiedliche Baustoffe kontaminieren. Laut dem promovierten Geologen Dr. Stefan Pierdzig vom Asbest-Prüflabor CRB Analyse Service stammen alle Analyseverfahren aus Zeiten, in denen man sich dieser Problematik noch nicht bewusst war. Was das für die Analytik bedeutet, welche Gesundheitsgefährdung damit einhergehen und welche Berufsstände betroffen sind, erläutert CRB-Laborleiter Pierdzig im Interview. VERSTECKTES GESUNDHEITSRISIKO GEOGENER ASBEST Beim Schneiden von Natursteinen können die Stäube gefährliches geogenes Asbest beinhalten, ein Atemschutz sollte da getragen werden. // Foto: Pixabay
Lindauer Straße 74 | 87439 Kempten im Allgäu Tel. 0831 / 260 934 - 50 | info@szwei-verlag.de www.szwei-verlag.de ...WEITER- LESEN? ABO – aber sicher! Jetzt ABO abschließen unter: www.szwei-verlag.de/abo
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