16 // TOP-THEMA N achhaltigkeit ist seit Jahrzehnten Teil der Entwicklung bei Gore Fabrics, einem der drei Geschäftsbereiche des Unternehmens Gore. Zum Unternehmen gehört auch die Marke Gore-Tex. Kerry Summers, Sustainability Integration Champion, nennt als zentrale Handlungs- felder: CO₂Reduktion, Chemikalienmanagement, Kreislaufwirtschaft und menschenrechtliche Sorgfaltspflicht. Im Gespräch mit der Redaktion geht es insbesondere um CO₂Reduktion und Zirkularität. FUNKTIONALITÄT ÜBER JAHRE HINWEG ERHALTEN Die Mode- und Textilindustrie zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Branchen und zeichnet für etwa zwei bis acht Prozent der alljährlichen globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Entsprechend konzentriert sich Gore Fabrics darauf Fortschritte bei der Reduktion von CO₂-Emissionen zu erzielen, denn diese bedeuten einen Mehrwert für die Kunden. „Denn jedes Mal, wenn wir bei CO₂ einsparen, sparen ja unsere Kunden auch entsprechend CO₂ ein“, sagt Kerry Summers. Somit werden die systematisch reduzierten Klimaauswirkungen der eigenen Aktivitäten und der eigenen Wertschöpfungskette zu einem Mehrwert für die Kunden. Für die aktuellen Klimaziele im Unternehmen dient bei Gore Fabrics das Jahr 2016 als Basisjahr. Bereits 2019 wurden dann langfristige Ziele definiert. So sollten bis zum Jahr 2030 die Scope 1 und Scope 2 Emissionen um 60 Prozent, die Scope 3 Emissionen um 35 Prozent sinken, sowie eine Reduktion der Gesamtemissionen um 40 Prozent erreicht werden. „Aber in den vergangenen Jahren haben wir insbesondere bei Scope 1 und 2 erhebliche Fortschritte erzielt. Ein wesentlicher Meilenstein war die Umstellung aller unserer Fabrikstandorte auf 100 Prozent erneuerbaren Strom“, sagt Summers. „Dadurch konnten wir unser ursprüngliches Ziel einer Reduktion der Scope 1 und Scope 2 Emissionen um 60 Prozent bereits 2025 erreichen.“ Aufbauend auf diesem Fortschritt wurde das Ziel für 2030 auf 80 Prozent Reduktion nach oben geschraubt. Verstärkter Einsatz recycelter Textilien Bei Scope 3 konzentriert sich Gore Fabrics auf Materialumstellungen, zum Beispiel den verstärkten Einsatz recycelter Textilien, sowie auf die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Industrieverbänden, um die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. „Dabei ist uns ein Aspekt besonders wichtig“, betont Summers, „unsere Emissionen sind gleichzeitig Teil der Scope 3 Bilanz unserer Kunden.“ Auf dem Weg zu einer stärker zirkulären Textilwirtschaft lautet ein wesentliches Ziel, die Rohstoffe möglichst gezielt einzusetzen und Materialien sowie Produkte so lange wie möglich im Nutzungskreislauf zu halten. Seit den späten 2000er Jahren sind recycelte Materialien Bestandteil des Consumer Produktportfolios bei Gore Fabrics. In der Kollektion Herbst-Winter 2026 / Frühling-Sommer 2027 enthalten laut Summers 78 Prozent der Bekleidungslaminate und 35 Prozent der Schuhlaminate recycelte Materialien. Neben dem Einsatz recycelter Materialien gehören Reparatur und Pflege zur Verlängerung der Nutzungsdauer sowie Ansätze, die helfen, Konsumzyklen zu verlangsamen, zu weiteren Bereichen, in denen der Hersteller in enger Abstimmung mit seinen Kunden intensiv arbeitet. PSA sollte möglichst lange funktionsfähig im Einsatz bleiben, statt sie durch neue zu ersetzen. // Fotos (3): Gore
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA5MDcwMw==