18 // TOP-THEMA Das Thema Nachhaltigkeit und Recycling beschäftigt auch den niederrheinischen Sicherheitsschuh-Spezialisten Elten. Maret Piske ist im Qualitäts- und Umweltmanagement Referentin für Nachhaltigkeit und dort auf Nachhaltigkeitskommunikation spezialisiert. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Qualitäts- und Umweltmanagement, Vertrieb, Marketing und Produktmanagement. Im Gespräch mit Chefredakteur Camillo Kluge erklärt sie, wie nach- haltig der Hersteller aus Uedem arbeitet. Was sind denn Ihre Aufgaben als Nachhaltigkeitsreferentin? Maret Piske: Mein Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeitskommunikation – und die ist ziemlich breit gefächert. Ich begleite zum Beispiel den Vertrieb bei Kundenterminen, wenn es konkrete Fragen in diesem Bereich gibt. Gerade bei Ausschreibungen spielt das immer häufiger eine Rolle. Kunden schicken uns dann zum Teil umfangreiche Fragebögen, etwa zur Social Compliance in der Lieferkette. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation nach außen. Durch neue gesetzliche Vorgaben wird stärker reguliert, wie wir Inhalte formulieren, um Greenwashing zu vermeiden. Da unterstütze ich das Marketing bei allen entsprechenden Materialien. Außerdem arbeite ich eng mit dem Produktmanagement zusammen, etwa beim Product Carbon Footprint, also dem CO₂-Fußabdruck einzelner Modelle. Und ich begleite Kunden, wenn sie Workshops zu diesem Themenfeld durchführen möchten. Da kommt sicher keine Langeweile auf. Auf der A+A hat Elten doch einen Schuh präsentiert, der aus recycelter Workwear hergestellt wurde. Piske: Ja, genau, das war das Timba-Modell. Im Schaft wurde ein aus alter Berufs- und Arbeitskleidung hergestelltes textiles Gewebe verwendet. Ein Projektpartner sammelte diese Textilien und verarbeitete sie anschließend zu neuem Stoff. Also nicht zu 100 Prozent ein Schuh aus recyceltem Material? Piske: Nein, so weit sind wir noch nicht. Am Anfang lag der Anteil bei rund 15 Prozent im Schaftmaterial. Inzwischen sind wir bei knapp 50 Prozent angekommen. Da hat sich also schon einiges entwickelt. Der Versuch hat somit gezeigt, dass sich das umsetzen ließe. Wir wissen inzwischen, dass es funktionieren würde, verbunden mit einem kleinen Aufpreis, weil das Gewebe aus recycelter Workwear speziell produziert werden müsste. Kleiner Aufpreis heißt? Piske: Das wären etwa vier bis fünf Euro pro Paar. Das ist überschaubar, aber eben etwas mehr. ROHSTOFFE MÖGLICHST LANGE IM KREISLAUF HALTEN In der Produktion in Uedem fallen bei der Besohlung PU- und TPU-Verschnitte an, die geschreddert und anteilig wieder in der Zwischensohle eingesetzt werden. // Fotos (2): Elten
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