// 3 ED I TOR I AL bester Freund und ich viel mit dem Fahrrad unterwegs waren. Da gab es auch diese eine wenig befahrene Straße im Wald, die eine enorme Steigung aufwies. Wir verrückten Kids sind die Straße damals auf unseren Rädern mit Vollgas runtergerast, und zwar möglichst lange freihändig. Angst, dass etwas passieren kann? Die hatten wir nicht. Ist zum Glück ja auch nie was passiert. Wenn ich daran zurückdenke, kann ich kaum glauben, wie leichtsinnig wir da waren. Heute mag ich gar nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn es einen von uns laut dem damals natürlich am Fahrrad nicht fehlenden Tacho mit fast 70 Sachen „zerlegt“ hätte. Vielleicht hat es wirklich damit zu tun, dass, wenn man jung und gesund und fit ist, sich über die Möglichkeit, es kann was passieren, keinen Kopf macht. Auch nicht im Beruf – auf dem Dach, am Stromkasten, beim Gerüstbau? Da sind dann die älteren Kollegen gefragt, die sollten immer ein wachendes Auge und eine warnende Stimme für ihre jungen Kameraden haben, sie vor „coolem“ Leichtsinn bewahren. Denn was hundert Mal gut geht, kann beim nächsten Versuch schief gehen. Aber ich hoffe, dass ich der jungen Generation Unrecht tue, dass die viel mehr auf Sicherheit bedacht ist als wir es seinerzeit waren. Vielleicht ist die Generation ja wie mein Sohn, dem es immer egal war und ist, ob ein Fahrradhelm cool ist. Er setzt den einfach freiwillig immer auf. So wäre es sehr wichtig, dass es besonders bei der jungen Generation zu einem Selbstverständnis wird, auf die Sicherheit im Arbeitsalltag und natürlich auch in der Freizeit zu achten. Damit alle wieder gesund nach Hause kommen. Wie man das Thema Sicherheit mit nachhaltigen Aspekten zusätzlich würzt, dass wird in dieser Ausgabe ausgiebig von diversen Herstellern vorgestellt. Spannend ist sicher auch das Interview mit Dr. Stefanie Schöler zum Thema mentale Gesundheit. Ein Faktor, der in dieser schnelllebigen Zeit meines Erachtens immer mehr an Gewicht gewinnt. Aber die vorliegenden Ausgabe von Arbeitsschutz - aber sicher! bietet noch reichlich weitere lesenswerte Beiträge, zu denen ich Ihnen nun viel informatives Lesevergnügen wünsche. Bleiben Sie gesund, Ihr Liebe Leserinnen und Leser, manchmal frage ich mich, ob Sicherheitsempfinden oder das Bedürfnis nach Sicherheit etwas mit dem Alter zu tun hat. Ich gehöre zur Generation der sogenannten Baby-Boomer, sprich die Jahre bis zum Ruhestand sind nicht mehr allzu lange hin. Unsere wilde Kindheit verbrachten wir draußen, Videospiele, Computer oder ähnliches gab es nicht. Nach der Schule wurde Mittag gegessen, dann ging es raus. Mit den Kumpels wurde gekickt oder Fahrrad gefahren, durch Hinterhöfe gestreunt oder sonstiger Unfug gemacht. Es waren die Jahre, als der Sicherheitsgurt im Auto eingeführt wurde, aber lange um Akzeptanz rang. Fahrradhelme nutzte kein Me n s c h . Und so erinnere ich mich noch sehr gut, dass mein Die älteren Kollegen sollten immer ein wachendes Auge und eine warnende Stimme für ihre jungen Kameraden haben. // Foto: Camillo F. Kluge KEINE ANGST, DASS ETWAS PASSIEREN KANN Camillo F. Kluge
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