Ausgabe 6 // 2026 Juli/August (Vorschau) | Arbeitsschutz - aber sicher!

8 // TITELSTORY Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (vorne Mitte) und Gabriele Renner (links daneben), CEO von Pervormance, bei der Übergabe der kühlenden High Vis-Westen. durchschnittlich 11,1 Tage mit Temperaturen über 30 °C registriert. Das Rekordjahr 2018 brachte sogar 20 Hitzetage mit sich. Für die Entsorgungsbetriebe bedeutet diese Entwicklung eine dauerhafte Veränderung der Arbeitsbedingungen. Tätigkeiten, die früher nur an wenigen Tagen im Jahr unter extremer Hitzebelastung stattfanden, werden zunehmend zur Normalität. „Unsere Aufgabe im Arbeitsschutz ist es, diese Belastungen für die Beschäftigten so weit wie möglich zu reduzieren. Gerade bei Hitze suchen wir deshalb kontinuierlich nach praktikablen Lösungen, die im Arbeitsalltag tatsächlich funktionieren“, sagt Jürgen Schaff. Dabei geht es längst nicht ausschließlich um Gesundheitsschutz. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Arbeitsproduktivität bei Temperaturen über 30 Grad Celsius pro zusätzlichem Grad um rund drei Prozent sinken kann. Gleichzeitig steigt der Energieverbrauch für Kühlung um etwa 1,2 Prozent pro Grad Celsius. Für Unternehmen wird Hitzeschutz damit zunehmend auch zu einem wirtschaftlichen Faktor. Von der Messe direkt in den Arbeitsalltag Auf der Fachmesse A+A in Düsseldorf wurde Jürgen Schaff erstmals auf die Kühltextilien von E.Cooline aufmerksam. „Wir haben nach einer Lösung gesucht, die unsere Mitarbeitenden unkompliziert nutzen können. Die Produkte sollten einfach funktionieren, ohne dass zusätzliche Technik oder umfangreiche organisatorische Maßnahmen notwendig sind“, erinnert sich der Arbeitssicherheitsexperte. Die Idee dahinter überzeugte schnell: effektive Kühlung ohne Strom, Batterien oder aufwendige Infrastruktur. Nach ersten Erfahrungen im Arbeitsalltag wurde das Sortiment schrittweise erweitert. Heute sind rund 25 Kühlshirts und Kühlwesten sowie etwa 35 kühlende Kopfbedeckungen im Einsatz – Tendenz steigend. Auch die Weiterentwicklung der Kühltextilien beobachten die Verantwortlichen in Ulm aufmerksam. Besonders interessant sind dabei die neuen Power Signal-Shirts SX3 von E.Cooline, die erst seit diesem Jahr auf dem Markt erhältlich sind. Die innovativen High Vis-Shirts verbinden gleich drei wichtige Schutzfunktionen in einem Kleidungsstück: erhöhte Sichtbarkeit nach EN ISO 20471, UV-Schutz UPF 40 und die kühlende Cooline SX3-Technologie. Gerade für Beschäftigte der Entsorgungsbetriebe, die täglich im Straßenraum, auf Betriebshöfen oder im Freigelände unterwegs sind, könnte diese Kombination künftig eine interessante Ergänzung darstellen. „Für unsere Mitarbeitenden spielen Sichtbarkeit, Schutz vor Sonneneinstrahlung und thermische Entlastung gleichermaßen eine wichtige Rolle. Lösungen, die mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen, passen sehr gut zu unserem praxisorientierten Ansatz im Arbeitsschutz“, sagt Jürgen Schaff. „Die neuen Power SignalShirts greifen genau diesen Ansatz auf und kombinieren mehrere Schutzfunktionen in einem angenehm leichten Kleidungsstück. Dadurch könnte sich der Tragekomfort weiter erhöhen und die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden zusätzlich steigen.“ Kühlung, die sofort spürbar ist Bei den Entsorgungsbetrieben werden die Produkte überall dort genutzt, wo hohe Temperaturen zum Alltag gehören. Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf Freiwilligkeit. „Wir schreiben die Kühlkleidung nicht vor. Wer sie nutzen möchte, bekommt sie unkompliziert zur Verfügung gestellt. Genau das sorgt für die hohe Akzeptanz bei den Beschäftigten“, erklärt Schaff. Die Anwendung könnte einfacher kaum sein: Die Produkte werden mit Wasser aktiviert und liefern anschließend über Stunden hinweg eine angenehme Kühlwirkung. Vor allem die Beschäftigten selbst sind von der Wirkung überzeugt. „Wenn die Sonne brennt, kann ich mich mit dem kühlenden Basecap auf jeden Fall deutlich besser konzentrieren. Und es sieht sogar noch gut aus“, berichtet eine Mitarbeiterin. Auch bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten macht sich die Entlastung bemerkbar: „Sobald der Sommer ausbricht, habe ich die Kühlweste an. Ich fühle mich besser, weil ich nicht dauernd schwitze. Und ich merke die Umgebungshitze deutlich weniger, wenn ich die Weste trage“, erzählt ein Mitarbeiter aus dem Entsorgungsbereich. Ursprünglich waren die Kühlprodukte für den Einsatz unter freiem Himmel gedacht. Doch Jürgen Schaff, Ingenieur für Arbeitssicherheit bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Ulm, ist von der kühlenden Weste begeistert.

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