Ausgabe 7 // 2026 September (Vorschau) | Arbeitsschutz - aber sicher!

// 1 AUSGABE 7 2026 SEPTEMBER Top-Thema: Smarte Helfer für mehr Sicherheit Dassy weiß: Wir sind die Herausforderer Schutz aus Poppenreuth: 100 Jahre Uvex TITELSTORY: NACHHALTIGE KOLLEKTION MACHT DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH

2 //SICHER AN DIE DECKE GEHEN. Mit den neuen Profi-Leitern vom Leiter-Profi. Jetzt zugreifen: hailo-master.de

// 3 ED I TOR I AL ziehen konnte, verliefen wie in einer – wie heißt es heute so schön – „Super Slow Mo“. Ein wenig liegt dieses Empfinden garantiert am Älterwerden, an verschobenen Tages-abläufen und Prioritäten und einer gewissen Alltags-Hektik. Garantiert gibt es da schlaue Studien zu. Warum man aber dennoch ab und zu innehalten und das sich immer schneller drehende Rad der Zeit ruhig einmal abbremsen sollte: je weniger Zeit, desto mehr Druck entsteht, Dinge fertig zu bekommen – auch im beruflichen Alltag. Und ganz besonders bei der Arbeit ist Zeitdruck nicht unbedingt die beste Voraussetzung, um sorgfältig und vor allen Dingen sicher zu handeln. Da lauert dann nämlich die Gefahr, Dinge zu vernachlässigen, „mal eben“ und „nur noch“ etwas schnell zu erledigen. Und dann passiert der Unfall: Eine Unachtsamkeit, einmal ein „ich mach´ nur mal eben“ zu viel, und schon geht man in die Statistik der DGUV ein. Deswegen: Völlig egal, in welcher Branche Sie tätig sind, nehmen Sie sich immer ausreichend Zeit, um auf sich und Ihre Mitstreiter zu achten. Auch wenn sich das Rad der Zeit gefühlt immer schneller dreht – einmal ein „mal eben“ zu viel und es dreht sich im schlimmsten Fall für den Einzelnen gar nicht mehr. In dieser Ausgabe unseres Fachmagazins finden Sie wie gewohnt reichlich Informationen, wie Sie Ihren Arbeitsalltag sicherer gestalten können. So beschäftigen wir uns mit smarten Helfern, die uns in der schnelllebigen Zeit in Sachen Arbeitssicherheit unterstützen. Aber auch die anderen Themen kommen im Ihnen nun vorliegenden Fachmagazin Arbeitsschutz − aber sicher! wie gewohnt nicht zu kurz. Ich wünsche Ihnen nun ausreichend Muße, um all´ die lesenswerten Beiträge in Ruhe zu studieren, damit Ihr Rad der Zeit sich noch lange dreht. Bleiben Sie gesund, Ihr Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie auch häufig das Gefühl, dass sich das Rad der Zeit immer schneller dreht? Die Spekulatius in den Discountern kündigen es an, Weihnachten ist nicht mehr weit hin, dabei hat das Jahr doch gefühlt vor gar nicht allzu langer Zeit erst begonnen. Wo sind die Wochen und Monate geblieben? Wie vieles von all´ dem, was ich eigentlich unternehmen wollte, habe ich nicht umgesetzt oder längst vergessen? Als Kind weiß ich noch, wie lang Zeit dauerte. Man konnte es nicht erwarten: Die letzten zwei Wochen vor den Schulferien dehnten sich wie Jahre, die Stunden, bis man wieder mit seinen Freunden um die H ä u s e r Eine Unachtsamkeit, einmal ein „ich mach´ nur mal eben“ zu viel, und schon geht man in die Statistik der DGUV ein. // Foto: Camillo F. Kluge DAS RAD DER ZEIT RUHIG EINMAL ABBREMSEN Camillo F. Kluge

4 // INHALT INHALT AUSGABE 7 // 2026 SEPTEMBER // 3 Editorial // 6 Titelstory: Nachhaltige Kollektion von Fristads macht das Unmögliche möglich // 10 Kurz notiert Top-Thema: „Smarte Helfer für mehr Sicherheit“ // 16 Prof. Frank Werner (BG BAU) zum Thema digitale Angebote // 18 Mit U-Tech Risiken früh erkennen und wirksam schützen // 20 Digitale Identifikation ersetzt laut Höhenpass keine Kontrolle // 22 Für Dustlight liegt der Clou hinter dem Alarm // 23 Guardio verbindet physische und digitale Sicherheit // 24 Ein neues Verständnis von Luftqualität vermittelt Zehnder // 25 Smarte Sicherheit mit einfacher Bedienung von Natune // 26 Caterpillar bremst im Ernstfall automatisch // 27 Nachrüstlösung von Brigade Electronics schützt Personen // 28 Zuverlässige Sicherheit für Alleinarbeiter von Uvex // 29 Mit digitalen Unterweisungen von LapID lässt sich vieles sparen // 30 Smarte Warntechnik von Dehn gegen Routinefehler // 31 Krause setzt auf einfache digitale Prüfung von Arbeitsmitteln mit Wosatec // 32 Vernetzte Rundum-Erkennung von WorkWarn // 33 Norman Checker Herbst-Winter-Kollektionen // 34 Mit Haix zwischen Hopfengarten und Erntehalle // 36 Mit KASK gegen das Sicherheitsrisiko Kältestress // 37 Mit dem BOA Fit System stabil durch Kälte und Nässe // 38 Helly Hansen schützt bei besonders nassen Arbeitsumgebungen // 38 Neue Arbeitsjacke von Bisley schützt zuverlässig // 39 Zeitloses Design der Neuheiten von Daiber Persönliche Schutzausrüstung // 40 Dassy weiß: Wir sind die Herausforderer // 43 Komfortabler Flammschutz präsentiert von Textilcolor // 44 Schutz aus Poppenreuth: 100 Jahre Uvex // 46 Hellberg Safety zu der neuen Helm-Norm // 48 Arbeitsschutz-Express sieht die Lücken der alten Schuh-Norm geschlossen // 50 ABaak setzt mit neuen Modellen auf Fußschutz und Ergonomie Höhen- und Absturzsicherung // 52 Absturzrisiken müssen frühzeitig erkannt werden, mahnt Krause // 54 Kompaktes Kraftpaket von Kunze arbeitet elektrisch // 56 Bei LUX-top beginnt Sichertheit mit Qualifikation // 57 BG BAU mit neuen Prämien für temporäre Absturzsicherung // 58 Veranstaltungskalender // 44 // Fotos: S. Berchtold, Fristads, Uvex

// 5 SAFETY PRODUCTS GLOBAL EIN SICHERHEITSMESSER FÜR ALLES? GIBT ES NICHT. DIE PASSENDE LÖSUNG SCHON. DREI MARKEN. EIN ZIEL: SICHERES SCHNEIDEN. Egal ob Karton, Folie, Umreifungsband, Dämmplatte oder Gipskarton – für fast alle Schneideaufgaben gibt es bei uns das Werkzeug, das dazu passt. Probieren Sie es aus. WAS SCHNEIDEN SIE? ARBEITSSCHUTZ AKTUELL 2026 20.–22. Oktober | Messe Stuttgart Halle 1 | Stand E1.020 www.safetyproductsholdings.com MEHR ERFAHREN LIVE AUF DER MESSE TESTEN Folgen Sie uns auf: Fachhandel und Dienstleistungen // 62 Auf der Arbeitsschutz Aktuell ist der SZwei Verlag mit Fachleuten auf der Bühne // 64 Tough Training entwickelt digitale Sicherheitstrainings für die Baubranche // 65 Firmenverzeichnis // 66 Vorschau / Impressum // 40 // 6 Betriebs- und Baustellensicherheit // 60 Den Weg Richtung Vision Zero will Seton messbar kürzen // 61 Der Baustellen Coach

6 // Die neue Kollektion richtet sich an Unternehmen und Anwender, die eine wirtschaftliche Lösung mit vollständigem Multinormschutz suchen. // Foto: Fristads

// 7 S icherheit am Arbeitsplatz bedeutet heute weit mehr als den zuverlässigen Schutz vor Flammen, Hitze oder elektrischen Gefahren. Was lange als unvereinbar galt, ist nun Realität geworden: Mit Multinorm Green präsentiert Fristads die weltweit erste Multinorm-Kollektion mit Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) – und setzt damit neue Maßstäbe für moderne Persönliche Schutzausrüstung. Die Entwicklung der neuen Multinorm Green Kollektion ist das Ergebnis mehrjähriger Forschung, intensiver Materialentwicklung und eines engen Austauschs mit Anwendern aus Industrie, Energieversorgung, Infrastruktur und Handwerk. Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, höchste Sicherheitsstandards mit Nachhaltigkeits- zielen, wirtschaftlicher Effizienz und den steigenden Anforderungen ihrer Mitarbeitenden an Komfort und Ergonomie zu verbinden. Entsprechend lautete das Ziel der neuen Kollektion, eine Schutzkleidung zu entwickeln, die kompromisslosen Multinormschutz mit außergewöhnlichem Tragekomfort, hoher Langlebigkeit und einer deutlich geringeren Umweltbelastung verbindet. Sicherheit neu gedacht Schutzkleidung muss heute weit mehr leisten als nur Normen zu erfüllen. Sie begleitet ihre Träger oft über viele Stunden täglich unter anspruchsvollsten Bedingungen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Bewegungsfreiheit, Strapazierfähigkeit und Tragekomfort. Die neue Multinorm Green Kollektion wurde von Fristads deshalb konsequent für den realen Arbeitsalltag entwickelt. Statt einer rein theoretischen Erfüllung von Normen stand die Frage im Mittelpunkt, wie Schutzkleidung den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtert und gleichzeitig einen nachhal- tigen Beitrag leisten kann. Die Kollektion schützt zuverlässig bei Arbeiten mit Flammen und Hitze, elektrischen Lichtbögen, Schweißarbeiten, elektrostatischen Entladungen sowie flüssigen Chemikalien und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen an Warnschutzbekleidung für Arbeiten mit hoher Sichtbarkeit. Nachhaltigkeit mit messbaren Daten Eine Besonderheit der Kollektion ist ihre vollständige Transparenz hinsichtlich der Umweltwirkungen. Jedes Kleidungsstück verfügt über eine eigene Umweltproduktdeklaration (EPD), die den CO₂-Fußabdruck sowie den Wasserverbrauch über den gesamten Produktlebenszyklus dokumentiert. Unternehmen erhalten dadurch erstmals TITELSTORY NACHHALTIGE KOLLEKTION MACHT DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH

8 // TITELSTORY Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (vorne Mitte) und Gabriele Renner (links daneben), CEO von Pervormance, bei der Übergabe der kühlenden High Vis-Westen. belastbare Daten, um ihre Scope-3-Emissionen besser zu bewerten und Nachhaltigkeitsziele fundiert nachzuverfolgen. Damit geht Fristads einen entscheidenden Schritt weiter als klassische Nachhaltigkeitsversprechen. Statt allgemeiner Aussagen stehen nachvollziehbare und vergleichbare Kennzahlen im Mittelpunkt. Auch bei den Materialien wurde konsequent auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Kollektion ist vollständig PFAS-frei und trägt die OekoTex-Zertifizierung. Dadurch wird auf den Einsatz langlebiger Fluorchemikalien verzichtet und gleichzeitig sichergestellt, dass keine gesundheitsschädlichen Stoffe mit der Haut der Träger in Kontakt kommen. Zum Einsatz kommt eine innovative Materialmischung aus inhärent flammhemmendem Modacryl, Lyocell aus rückverfolgbaren Quellen, Bio-Baumwolle, Polyamid, Elasthan sowie antistatischen Fasern. Der Flammschutz ist dabei dauerhaft in den Fasern integriert und bleibt über die gesamte Lebensdauer des Kleidungsstücks erhalten – ohne nachträgliche chemische Ausrüstung. Langlebigkeit als Nachhaltigkeitsfaktor Ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit ist die außergewöhnlich hohe Lebensdauer der Kleidungsstücke. Je länger Schutzkleidung genutzt werden kann, desto geringer fällt ihre Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus aus. Multinorm Green erreicht eine Abriebfestigkeit von 100.000 Scheuertouren im Martin- dale-Test und wurde für 100 industrielle Waschzyklen geprüft und zugelassen. Zusätzliche Aramid- und Ripstop-Verstärkungen an besonders beanspruchten Bereichen erhöhen die Widerstandsfähigkeit nochmals deutlich. Für Unternehmen bedeutet dies längere Austauschintervalle, geringere Ersatzbeschaffungskosten und niedrigere Gesamtkosten über den gesamten Nutzungszeitraum. Bewegungsfreiheit ohne Kompromisse Schutzkleidung wird nur dann gerne getraBesonders im Fokus der neuen Kollektion stehen die Hosen, die in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sind. Laut Hersteller Fristads ist die neue Kollektion die weltweit erste Multinorm-Kollektion mit Umweltproduktdeklaration.

// 9 TITELSTORY Zahlreiche weitere Kleidungsstücke wie beispielsweise Latzhosen gehören zur neuen Kollektion. // Fotos (4): Fristads gen, wenn sie den Arbeitsalltag nicht einschränkt. Deshalb setzt Multinorm Green auf vollständig elastische Stretchmaterialien und segmentierte Reflextransfers, die maximale Bewegungsfreiheit ermöglichen. Das Material passt sich jeder Bewegung an und unterstützt natürliche Arbeitsabläufe, ohne einzuengen. Gerade bei Tätigkeiten mit häufigem Knien, Klettern oder Überkopfarbeiten sorgt dies für spürbar höheren Komfort während des gesamten Arbeitstages. Durchdachte Hosen für professionelle Anwender Besonders im Fokus der neuen Kollektion stehen die Hosen, die in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sind. Beide Varianten verfügen über dieselben grundlegenden Eigenschaften: Vollstretchmaterial, RipstopStretchverstärkungen an besonders belasteten Bereichen, inhärenten Flammschutz sowie sämtliche relevanten Multinorm-Zertifizierungen. Funktionelle Taschenlösungen und praxisgerechte Details unterstützen professionelle Anwender im täglichen Einsatz. Die Premium-Version richtet sich an Nutzer mit höchsten Anforderungen an Langlebigkeit und Komfort. Zusätzliche elastische Einsätze im Bund erhöhen den Tragekomfort spürbar. Aramid-Verstärkungen an Knietaschen und – bei der Handwerkerversion – auch an den Hängetaschen sorgen für maximale Widerstandsfähigkeit. Ergänzt wird die Ausstattung durch verstellbare Beinabschlüsse mit Druckknopf sowie einen verdeckten Stiefelhaken, der die Hose sicher über Arbeitsstiefeln fixiert. Dank der Möglichkeit zur individuellen Beinlängenanpassung lässt sich die Passform zusätzlich optimieren. Die reguläre Ausführung bietet denselben zertifizierten Schutz und denselben hohen Tragekomfort, verzichtet jedoch bewusst auf einige Premium-Features. Sie richtet sich an Unternehmen und Anwender, die eine wirtschaftliche Lösung mit vollständigem Multinormschutz suchen. Schutz von Kopf bis Fuß Neben den Hosen umfasst die Multinorm Green-Kollektion zahlreiche weitere Kleidungsstücke für unterschiedlichste Einsatzbereiche. Dazu gehören Jacken, Handwerker-Latzhosen, klassische Latzhosen sowie Overalls, die überall dort eingesetzt werden, wo eine vollständige Körperabdeckung erforderlich ist – beispielsweise in Bereichen mit hoher Hitzeentwicklung, bei Arbeiten in engen Räumen oder bei besonders anspruchsvollen industriellen Anwendungen. Die Kollektion ist sowohl für Damen als auch für Herren erhältlich und deckt mit Größen von XS bis 6XL ein besonders breites Spektrum professioneller Anwender ab. Ein neuer Maßstab für die Branche Mit Multinorm Green zeigt Fristads, dass sich kompromisslose Sicherheit, hoher Tragekomfort, außergewöhnliche Langlebigkeit und messbare Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen. Die Kollektion beweist, dass moderne Schutzkleidung nicht nur Menschen schützt, sondern gleichzeitig Unternehmen dabei unterstützt, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und ihre Umweltwirkungen transparent zu dokumentieren. Bei Fragen zu der neuen Kollektion stehen die Experten des Unternehmens gerne beratend zur Seite und unterstützen bei der Suche nach der idealen Lösung für jede individuelle Anforderung. Die neue Fristads Multinorm Green Kollektion ist ab sofort im Fachhandel, direkt über Fristads sowie im Fristads Webshop erhältlich. Auch verschiedene Jacken für unterschiedlichste Einsatzbereiche ergänzen die Kollektion.

10 // KURZ NOTIERT KURZ NOTIERT Bereits rund 25 Neuaussteller // Foto: Messe Friedrichshafen Bereits zum sechsten Mal wird die Vertical Pro am 13. und 14. November sowohl professionell in der Höhe Arbeitende als auch Klettersportler in die Messehallen nach Friedrichshafen lotsen. Das vorläufige aktuelle Ausstellerverzeichnis der Messe freut sich dabei über rund 25 Neuausteller und etwa 30 Start-ups, die sich neben etablierten Ausstellern präsentieren. Unterstützt wird die Messe dabei auch wieder vom FSBS, dem FISAT, dem DAV und erstmals der Deutschen Feuerwehrgesellschaft. Das Gehör rechtzeitig schützen Ob auf der Baustelle oder in der Werkstatt – Lärm gehört für die meisten zum Alltag. Die Folgen können dauerhafte Geräusche im Ohr, Konzentrationsprobleme oder Schwerhörigkeit sein. Wer einmal schwerhörig ist, bleibt es auch. Deshalb ist es wichtig, das Gehör rechtzeitig zu schützen. Kurz gefasste Informationen zum Lärmschutz am Arbeitsplatz, zur Anwendung von Gehörschutzmitteln und zum verantwortungsbewussten Lärmverhalten auch in der Freizeit, bietet die Kurzbroschüre „Lärmschutz bei der Arbeit und in der Freizeit“, die bei der BG Etem bestellt werden kann. Der Geschäftsführer und Gründer von Workwear-Hersteller Korntex Dr. Alexander A. Jurack (2. v. l.) konnte mit Geschäftsführer Arne Kirchner (r.) jetzt am Unternehmenssitz in Fellbach hohen Besuch begrüßen: Der Botschafter der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien, S.E. Eskindir Yirga Asfaw (2. v. r.), war gemeinsam mit dem Honorarkonsul Äthiopiens für Baden-Württemberg, Dr. Thomas Breitling (l.), und Vertretern des Wirtschaftsministeriums Baden- Württemberg zu Gast. Der hochrangige Besuch knüpft an bestehende Kontakte einer vorherigen Wirtschaftsdelegationsreise des Landes Baden-Württemberg nach Äthiopien und Kenia an. Themen waren die Zukunft nachhaltiger Textilproduktion, transparente Lieferketten und die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Hochrangiger Besuch // Foto: Lars Baumgartner (Marketing Hills) / Korntex Unterstützung bei der Prävention Mit einer angespannten Wirtschaftslage, einem minimalen Wirtschaftswachstum und strukturellen Verschiebungen war das Jahr 2025 erneut eine große Herausforderung für die Branchen Holz und Metall. Gerade in solchen Zeiten gewinnt Arbeitsschutz als Stabilitätsfaktor für Unternehmen an Bedeutung; und er ist die Grundlage für Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund unterstützte die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) ihre Mitgliedsbetriebe auch im vergangenen Jahr bei der Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. In ihrem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2025 informiert sie über ihre Leistungen und gibt Kennzahlen zu Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder ihren Ausgaben heraus. // Foto: BG Etem Nachhaltiges Engagement bestätigt // Grafik: DBL Die DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing gehört mit dem Goldstatus zu den fünf Prozent der weltweit am besten bewerteten Unternehmen im Nachhaltigkeitsrating der internationalen Bewertungsplattform Eco Vadis. „Die Auszeichnung bestätigt das nachhaltige Engagement der DBL in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung“, erläutert Daniel Salas, Projekt- und Prozessmanager mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement.

// 11 // Foto: HIVI Nordic Handelsvertreter für Norddeutschland // Foto: Ocean Ab sofort verstärkt Markus Rump (Foto) als Handelsvertreter für Norddeutschland den Vertrieb des dänischen Unternehmens Ocean Textile. Bereits vor rund 25 Jahren war Rump maßgeblich daran beteiligt, Ocean auf dem deutschen Markt erfolgreich aufzubauen. Neben seiner Tätigkeit als Handelsvertreter ist Markus auch Autor, Verkaufstrainer und anerkannter Experte für Vertrieb und Vertriebsorganisation. Seitens des dänischen Unternehmens ist man überzeugt, dass Rumps langjährige Erfahrung, sein Wissen, seine Energie und seine Persönlichkeit eine große Bereicherung für die Kunden und das internationale Team sein werden. Vertriebspartner für acht Märkte Das schwedische Unternehmen HIVI Nordic hat eine neue Generation von Warnkleidung für den Einsatz bei Dunkelheit, schlechter Sicht und anderen risikoreichen Umgebungen entwickelt. Die LED-verstärkte Warnweste kombiniert klassisches fluoreszierendes und reflektierendes Warnmaterial mit integrierter aktiver LED-Beleuchtung. Die Zusammenarbeit mit der deutschen OEG bringt dem Unternehmen einen etablierten Vertriebspartner für acht europäische Märkte: Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, die Schweiz, Italien und Österreich. Weit mehr als ein Markenbotschafter Nur wenige Kilometer vom Standort der Unternehmensgruppe Fischer in Tumlingen entfernt ist Jürgen Klopp (l.) aufgewachsen. Sein Vater Norbert Klopp arbeitete fast 35 Jahre für den Befestigungsexperten. Firmeninhaber Prof. Klaus Fischer (r.) kennt Jürgen Klopp seit Kindheitstagen. „Jürgen Klopp ist für uns weit mehr als ein Markenbotschafter“, sagt Fischer über den frischgebackenen Bundestrainer. „Er ist ein Mensch, der mit unserer Heimat, unserer Familie und unserem Unternehmen seit seiner Kindheit eng verbunden ist. Wenn er nach Tumlingen kommt, dann spürt man sofort diese besondere Vertrautheit. Diese Nähe ist ehrlich gewachsen – und genau das macht sie so wertvoll.“ // Foto: Fischer Schützt, was zählt – Sie! SCANDIC.de Scandic Outdoor GmbH Offizieller Vertriebspartner für Woolpower Warm. Sicher. Made in Sweden. Unsere multinorm-zertifizierte Merino-Funktionsbekleidung kombiniert zuverlässigen Schutz mit einem hohen Tragekomfort. Verantwortungsvoll hergestellt in Östersund, Schweden.

12 // KURZ NOTIERT KURZ NOTIERT Neue Akku-Allianz ins Leben gerufen Eine gemeinsame Akku-Allianz haben nun auch Kärcher und Stihl ins Leben gerufen. Ziel dieser strategischen Partnerschaft ist es, professionellen Anwendern einen gemeinsamen, leistungsstarken und zukunftssicheren Akkustandard zu bieten. Kernstück der Allianz ist das von Stihl entwickelte Allpro-Akkusys- // Foto: Stihl/Kärcher Anmeldungen ab sofort möglich Unter dem Motto „Der Mensch zählt“ steht die weltweit führende Fachmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit A+A, die das nächste Mal vom 19. bis 22. Oktober in Düsseldorf zum Treffpunkt internationaler Experten, Unternehmen und Anwender wird. Ab sofort können sich Unternehmen und Organisationen als Aussteller anmelden, um ihre Innovationen und Lösungen für Arbeitssicherheit, Gesundheit bei der Arbeit zu präsentieren. // Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann Über 60 neue Geräte für Akkuplattform Werkzeug-Hersteller Hilti hat die Produktpalette seiner Nuron Akkuplattform mit über 60 neuen Produkte und Zubehör, leistungsstärkeren Akkus erweitert. Mit der zukunftssicheren Nuron Schnittstelle sind nun Akkueinsätze in Anwendungen möglich, die bislang kabel- oder benzinbetriebenen Geräten vorbehalten waren. Damit erschließt Hilti neue Anwendungsbereiche für den emissionsfreien Einsatz und steigert die Produktivität, die Sicherheit auf der Baustelle und die Nachhaltigkeit. Das Familienunternehmen Wocken Industriepartner hat mit der Übernahme des B.W.L. Miet-Parks in Wallenhorst seinen Geschäftsbereich Miet-Shop weiter ausgebaut. Der Name B.W.L. steht für zuverlässige Maschinenvermietung, persönliche Beratung und partnerschaftlichen Service. Genau dieses Vertrauen möchte Wocken bewahren und den Standort gleichzeitig in die Zukunft führen. Neben dem bestehenden Mietpark umfasst das Vermietungsangebot künftig unter anderem auch Flurförderzeuge und Teleskoplader. Geschäftsbereich Miet-Shop ausgebaut Insgesamt stehen den Kundinnen und Kunden künftig über 2.500 Mietgeräte zur Verfügung. // Foto: Wocken Lehrbuch zum Thema Krane // Foto: Resch Verlag Der Resch-Verlag und das Autorenteam Timo und Bernd Zimmermann haben die frisch überarbeitete und erweiterte 4. Auflage des Standardwerks Lehrbuch Krane veröffentlicht. Auf 448 Seiten mit 597 Bildern, Grafiken, Tabellen und Zeichnungen erhalten Unternehmer, Einsatzleiter und speziell Ausbilder detailliertes Hintergrundwissen. tem, das künftig in den Profi-Geräten beider Marken zum Einsatz kommt. Ergänzend zu den beiden Unternehmen werden weitere Kooperationspartner beispielsweise für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das Allpro-Akkusystem in ihren Geräten nutzen. // Foto: Hilti

// 13 same article, different widths TANGO 93556-00L SLIM FIT10 93556-01L MEDIUM FIT11 93556-02L WIDE FIT12 S3S FO SR Via A. Einstein, 6 - 35020 Casalserugo (PD) ITALY Tel. +39 049 8740771 - info@maspica.it - www.sixton.it Maspica Srl a Socio Unico a Delta Plus Group Company

14 // Smarte Technologien halten zunehmend Einzug in den Alltag – das gilt auch für Handwerksbetriebe oder auf Baustellen. Dabei helfen diverse Lösungen auch dabei, den Arbeitsalltag sicherer zu gestalten. Wearables etwa erkennen gefährliche Situationen, messen Belastungen oder warnen vor Stürzen. Andere Technologien überwachen mit Sensoren Maschinen oder Arbeitsbereiche und alarmieren bei Risiken oder Unfallgefahr. Zudem unterstützen digitale Assistenzsysteme Beschäftigte bei komplexen Aufgaben und helfen, Fehler zu vermeiden. Vernetzte Geräte ermöglichen eine schnelle Kommunikation, wenn es zu Störungen oder Notfällen kommt. Das Entscheidende dabei ist, dass smarte Helfer nicht die Aufmerksamkeit und Erfahrung der Beschäftigten ersetzen können und sollen, sondern sie dienen der gezielten Unterstützung. Richtig eingesetzt reduzieren sie Risiken und optimieren Arbeitsabläufe, womit sie dann auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit auf Baustellen und im Handwerk leisten. cfk

// 15 Foto: // ChatGPT SMARTE HELFER FÜR MEHR SICHERHEIT

16 // TOP-THEMA Zeit wird heute immer knapper, da immer weniger Fachkräfte die gleiche oder gar mehr Arbeit vor der Brust haben. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ist also sicherlich eine gute Sache. Aber funktioniert das auch bei Schulungen? Inwieweit können digitale Schulungen praktische ersetzen? Professor Frank Werner stimmt zu, dass unsere Prozesse immer dynamischer werden und die KI uns in vielen Bereichen vor Herausforderungen stellt. Auf der anderen Seite schafft sie aber auch zusätzliche Räume, zusätzliche Methoden und zusätzliche Wege, uns in bestimmten Dingen zu unterstützen. So kann sie beispielsweise problemlos Informationen bündeln, die die Grundlage einer Unterweisung bilden können. „Also, wenn ich heute bei einem KI-Chatbot eingebe, erstelle mir bitte ein Unterweisungskonzept für ein bestimmtes Arbeitsverfahren oder ein Schulungskonzept für zum Beispiel die befähigte Person zur Prüfung von Leitern, dann wird da in Windeseile ein recht praktikabler Vorschlag kommen. Den muss man natürlich noch einer kritischen Prüfung unterziehen, ob es auch das ist, was ich tatsächlich für meinen Einsatzbereich brauche. Auf der anderen Seite steht die Frage, sind denn alle Punkte, die ich für den betrieblichen Kontext für wichtig erachte, enthalten.“ Damit sieht Werner in solchen Fällen „eher eine Entlastung in der Konzeption.“ Intelligente Lösungen für die Methodik Beim Thema Unterweisung hat er zwei unterschiedliche Vermittlungswege ausgemacht, die in der Praxis vorkommen: den direkten und den digitalen. Die klassische Unterweisung fokussiere sich auf Themen, Die künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Aufgaben in der Arbeitswelt. Das betrifft auch den Bereich Fortbildung und Schulung. Professor Frank Werner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU, gab der Redaktion von Arbeitsschutz – aber sicher! Auskunft rund um das Thema. die das Unternehmen betreffen. Sie findet in der Regel in einem direkten Format und vor Ort im Betrieb oder auf der Baustelle statt „Nehmen wir zum Beispiel die Dachdecker: Gezeigt und erläutert wird, wie sicher auf dem Dach gearbeitet wird. Welche Absturzsicherung wird verwendet oder wo wird sich wie angeschlagen, wo und wie er sein Baumaterial aufs Dach bekommt, ohne dabei abstürzen, mit entsprechenden Aufzügen, wie funktioniert die Technik und so weiter“, erläutert Werner. Alle diese Themen, die eine komplette und ordentliche Unterweisung ausmachen, lassen sich seiner Ansicht in der Praxis prima durch digitale Angebote ergänzen. „Es gibt zum Beispiel tolle Unterweisungsvideos, die einen solchen Prozess sehr gut begleiten können, die auch durchaus als Methodenwechsel bei den zu Unterweisenden sehr gut ankommen“, begrüßt er den Einsatz solcher intelligenten Lösungen für die Methodik der Schulungen und Unterweisungen. Junge Generation besser ansprechen Zudem bieten solche Lösungen die Möglichkeit, gerade die junge Generation besser anzusprechen. „Wenn ich denen ein Video mit bestimmten Informationen gebe, die auch noch ein bisschen aufgepeppt sind, dann kommt da unheimlich viel rüber, weil sie es auf der einen Seite von der Methodik her DIGITALE ANGEBOTE SCHLIESSEN LÜCKEN BEI UNTERWEISUNGEN Auch die aktuelle Kollektion wurde präsentiert. // Fotos (3): Camillo F. Kluge Ein weiterer Vorteil einer digitalen Schulung ist, dass man sich zeitlich ungebunden weiterbilden kann. // Foto: cyberco/Pixabay

// 17 TOP-THEMA ... ist Diplom-Bauingenieur und stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU sowie stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bauwesen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender der Prüfungsausschüsse I und II der DGUV für Aufsichtspersonen sowie Honorarprofessor am Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb der Technischen Universität Braunschweig. Prof. Frank Werner toll finden und es eben ein Format ist, mit dem sie vertraut sind. Da kann ich wesentliche Inhalte ideal transportieren.“ Eine solche Unterweisung soll für die Beschäftigten interessant sein, sie abholen. Das passiere eben mit gezielten und guten Informationen und einer entsprechend guten visuellen Aufbereitung dieser Informationen. „So kann ich meine Mitarbeitenden mitnehmen, die Unterweisung nicht zur reinen Pflichterfüllung machen, sondern mit einem echten Mehrwert für den Arbeitsschutz ausstatten.“ Was sich allerdings nicht transportieren lässt, das sind die haptischen Erfahrungen einer Unterweisung, einer Schulung. „Meine persönliche Sicht darauf – und die teile ich mit den Kolleginnen und Kollegen – ist die, dass eine rein digital durchgeführte Unterweisung ohne einen tatsächlichen Praxisbezug, nicht als alleinige Methodik herhalten kann“, sagt Werner deutlich. Zumal nicht jede Baustelle gleich ist, sondern jede ihre Besonderheiten hat, können vorkonfektionierte digitale Unterweisungen das nicht abbilden. Verständniskontrolle und Handlungsüberprüfung Zwei Dinge sind für digitale Unterweisungen wichtig. Zum einen muss es eine Verständniskontrolle geben. Ob alles richtig verstanden wurde, lasse sich recht leicht mittels eingebauter Fragen zu dem, was unterrichtet wurde, überprüfen. „Da gibt es ganz pfiffige Lösungen, ohne dass sich jemand bevormundet fühlt. Solche Anwendungen können durchaus sehr sympathisch und empathisch aufgezogen sein“, kennt Werner einige entsprechende Anbieter. Der zweite, wichtige Aspekt einer guten digitalen Unterweisung ist, dass der zu Unterweisende „immer die Möglichkeit hat, zu den Inhalten, die dort vermittelt werden, auch tatsächlich Rückfragen stellen zu können“, so der Fachmann. „Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Und dann gibt es Unterweisungen, zum Beispiel in der PSA-Benutzungsverordnung: Wenn ich eine persönliche Schutzausrüstung der Kategorie 3 habe, dann ist die persönliche Unterweisung tatsächlich vorgeschrieben. Das heißt, hier muss diese Unterweisung mit Übung letztendlich und auch mit einer entsprechenden Handlungsüberprüfung stattfinden.“ Als Beispiel nennt Werner die Benutzung der Atemschutzmaske. Im Anschluss an die Schulung muss das ein paar Mal geübt werden, denn „das gehört laut Paragraph 3 der PSA-Benutzungsverordnung mit dazu.“ Und am Schluss wird der Unterwiesene noch einmal aufgefordert, die wichtigsten Punkte der Unterweisung aufzuzählen und anschließend noch einmal die Maske korrekt anzulegen. „Erst wenn sicher ist, dass der zu Unterweisende alles verstanden hat und auch richtig umsetzen kann, ist die Unterweisung beendet.“ Digitale Unterweisung in der Muttersprache Es gibt sogar Anbieter, die digitale Unterweisungen in zig verschiedenen Sprachen anbieten, weiß Werner zu berichten. „Wenn beispielsweise ein kleiner Hochbaubetrieb Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Nationen beschäftigt, was im Baugewerbe ja nicht ungewöhnlich ist, dann kann das Unternehmen mittlerweile auf digitale Lösungen zurückgreifen, die das in der Muttersprache der Mitarbeiter anbieten.“ Die Übersetzungsqualität, so wurde Werner von unterschiedlichen Anwendern berichtet, habe eine Treffergenauigkeit von nahezu 100 Prozent. „Das ist aus meiner Sicht die große Chance, die uns diese digitalen Formate gegenüber unserer früheren Unterweisung bringen.“ Selbst Schulungen, die nicht nur innerbetrieblich stattfinden, sondern als Fortbildung oder gar mit einer Zertifizierung enden, werden durch die digitalen Angebote ideal ergänzt. „Da können prima im sogenannten SOL, also selbstorganisiertem Lernen, in ein paar Stunden bestimmte Themen als Basis für einen Lehrgang abgearbeitet werden. Damit bringen die Lehrgangsteilnehmer ein Grundgerüst mit, haben sich schon mit ein paar Dingen vertraut gemacht, und gehen in den Lehrgang. Dort wird dann weiter gearbeitet, aufbauend auf dem, was bereits digital vermittelt wurde“, erläutert Werner. Finales vor Ort nicht immer ersetzbar Zusammengefasst lässt sich somit festhalten, dass für manche Unterweisung eine gute digitale Unterweisung völlig ausreichend ist. Für Inhalte, wo Haptik oder spezielle Einzelbetrachtungen notwendig sind, ist zumindest ein finales vor Ort nicht ersetzbar, sprich da sind hybride Schulungsformen eine praktikable Lösung. Grundsätzlich ist der Einsatz dieser digitalen, oft durch KI unterstützten Schulungen und Unterweisungen ein gutes Medium, um vor allem jederzeit und kurzweilig die zu Schulenden einzufangen. „Es ist ein wichtiges ergänzendes Medium. Das heißt, eine gute Unterweisung kann eine Kombination aus Präsenzunterweisung und ergänzenden digitalen Elementen sein. Die Dinge, die man mit digitalen Medien gut und sehr plastisch darstellen kann, finden dort ihren Platz. Wo die Unterweisung dagegen tatsächlich am, ich sag mal lebenden Objekt, an der Leiter, an der Winde oder wo auch immer durchgeführt wird, und der Praxisteil eine erhebliche Rolle spielt, ist die Präsenzunterweisung unverzichtbar und in einigen Bereichen auch vorgeschrieben.“ Eine gute Unterweisung ist nicht in erster Linie die Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht, sondern ein wichtiger Baustein einer funktionierenden betrieblichen Arbeitsschutzorganisation. Die Herausforderung liegt darin, sie spannend und inhaltlich wertvoll zu gestalten. Hier schließen digitale Angebote Lücken, wie beispielsweise die Sprachverständlichkeit für Beschäftigte mit anderen Muttersprachen, sind nahezu überall verfügbar und im Stil moderner Medien sehr ansprechend. Mit Prof. Frank Werner sprach Camillo F. Kluge // Foto: Shahnaz Taheri-Coerdt

18 // RISIKEN FRÜH ERKENNEN UND SOMIT WIRKSAM SCHÜTZEN E in kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt: Ein Mitarbeitender beseitigt eine Materialstörung am Förderband, fällt durch Ohnmacht in eine laufende Anlage oder nähert sich einer Maschine, deren Nachlaufzeit unterschätzt wird. Situationen wie diese, so weiß man bei U-Tech, gehören zu den häufigsten Ursachen schwerer Arbeitsunfälle in der Industrie. Unternehmen investieren in Schutzmaßnahmen, Beschäftigte werden regelmäßig unterwiesen und gesetzliche Vorgaben an den Arbeitsschutz sind klar definiert. Trotzdem registrierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) allein im Jahr 2024 noch 712.257 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 307 Menschen verloren dabei ihr Leben. Jeder dieser Fälle steht für ein persönliches Schicksal. Gleichzeitig wirft jede schwere Verletzung dieselbe Frage auf: Hätte der Unfall verhindert werden können? Genau hier setzt die Vision Zero an. Die weltweite Präventionsinitiative verfolgt das Ziel einer Arbeitswelt ohne schwere und tödliche Arbeitsunfälle. Ihr Grundgedanke lautet: Unfälle sind kein unvermeidbarer Bestandteil der Arbeit. Sie lassen sich durch die richtigen technischen, organisatorischen und menschlichen Maßnahmen verhindern. Vor allem moderne Technologien können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Wenn Routine zur Gefahr wird Viele schwere Unfälle entstehen nicht durch technische Defekte, sondern während alltäglicher Arbeitsabläufe. Besonders häufig ereignen sie sich während Wartungs- und Reinigungsarbeiten, bei der Beseitigung von Materialstörungen oder bei manuellen Eingriffen in laufende Prozesse. Mitarbeitende müssen sich dabei häufig in unmittelbarer Nähe von Förderanlagen, Schreddern, Pressen, Walzen oder anderen beweglichen Maschinenteilen aufhalten. Diese bergen hohe Energien und kurze Reaktionszeiten. Kommt es hier zu einer Fehleinschätzung der Situation, können innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Verletzungen entstehen. Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: Menschen handeln nicht immer vorhersehbar. Wer täglich an derselben Maschine arbeitet, entwickelt Routine. Kommt Zeitdruck Auch für ältere Maschinen lassen sich problemlos genau definierte Schutzfelder einrichten. Die Mitarbeitenden tragen den Transponder einfach wie eine Smartwatch am Handgelenk und sind so bestens geschützt.

Lindauer Straße 74 | 87439 Kempten im Allgäu Tel. 0831 / 260 934 - 50 | info@szwei-verlag.de www.szwei-verlag.de ...WEITER- LESEN? ABO – aber sicher! Jetzt ABO abschließen unter: www.szwei-verlag.de/abo

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA5MDcwMw==